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Als RednerIn beim Forum Alpbach

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Als RednerIn beim Forum Alpbach | story.one

Ein neues Mail im Posteingang. Absender: Forum Alpbach. Betreff: Einladung als Sprecherin zum Thema: "Frauen in Emerging Markets". Ist das Mail wirklich für mich? Ich bin keine Professorin, keine Gelehrte, keine anerkannte Wissenschaftlerin oder Großunternehmerin. Wie kommen die denn auf mich? Mein Bruder war Jahre zuvor als Redner dort – klar als Dr. Dipl.-Ing. mit MBA… aber ich?

Es ist Juni 2007 - ich bin eingeladen auf Empfehlung eines österreichischen Diplomaten, der mich bei einer Veranstaltung in der österreichischen Botschaft in Tunis kennengelernt hatte. Ich leite als Frau ein Unternehmen in einer Männerdomäne (Baugewerbe) in einem männlich dominierten Land (Tunesien), und hatte auch viele Jahre davor auch schon einige Projekte ins Leben gerufen. Ich wurde empfohlen !! ... mmmh ich fühle mich sehr geehrt!

Ein langes schwarzes Abendkleid und ein schickes Outfit für den Paneltalk noch schnell bei meiner Ankunft in Österreich organisiert und dann noch eine pfiffige Power-Point-Präsentation erstellt… und ich bin reisebereit. Abholung in Innsbruck mit einer großen schwarzen Limousine, check-in im Hotel und dann gleich ins Forum huschen.

Ich bin bald dran - mit noch 5 anderen Frauen. Ă–sterreicherinnen, die in der Ukraine, Kuwait, Bosnien-Herzegowina und auch in Ă–sterreich als Vorreiterinnen der Gendergleichheit sich einen guten Namen gemacht haben. In der ersten Reihe sitzt Maria Rauch-Kallat und viele andere Gesichter, die ich damals nur aus dem Fernsehen kannte.

Ganz ehrlich, ich bin aufgeregt. Neben mir sitzt DIE Führungskraft von Siemens in der Ukraine, daneben eine Staatsekretärin. Zahlen, Daten, Fakten werden präsentiert. Ich bin beeindruckt. Ob meine Präsentation, die sehr empathisch und mit Herz und Lebensfreude gespickt ist, auch passt? Aber so bin ich und das ist authentisch und ehrlich und menschlich.

Ich leg los, erkläre meinen Lebensweg und meine beruflichen Erfolge, die ich durch meine österreichischen Wurzeln auch immer wieder betone – die Verlässlichkeit, die Pünktlichkeit und die Sorgsamkeit - so wie ich es halt von meinen Eltern schon als Kind gelernt hab, waren mir beruflich immer von riesigem Vorteil in Nordafrika. Da sind das USP's (unique selling propositions..)!

Applaus und viele Nachgespräche krönen diesen Auftritt – ich genieße das Lob, die Anerkennung. Ist das nicht wunderbar, wenn diese Basics, die man als Kind vermittelt bekommen hat, dann auch so wunderbare Früchte tragen und zu Erfolg verhelfen?

Danke an meine Eltern!

© die_sage_der_gudrun 2020-06-09

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