skip to main content

#cultureclub

Der Beweis und seine Folgen...

  • 191
Der Beweis und seine Folgen... | story.one

Am Polizeiposten mit dem misshandelnden Polizisten, der mit meiner Haushaltshilfe sicher unter einer Decke gesteckt hat, nimmt man meine Anzeige auf. Ein freundlicher, bemühter Beamter erklärt mir, dass der andere Kollege aufgrund seiner Machenschaften versetzt worden sei. Ich fühle mich erleichtert. Die Gerechtigkeit naht!

Aufgrund des Diebstahls und dessen Auswirkungen (er fühlt sich mit uns nicht sicher) hat mir mein österreichischer Vermieter auf Djerba meinen Mietvertrag gekündigt und ich muss in ein neues Haus ziehen. Ein paar Tage danach muss mein Mann auf eine Woche zur Weiterbildung fort und ich bleibe mit den Kindern im Haus. Ich hole meine Tochter von der Arabisch-Nachhilfe ab und komme in der Dämmerung mit dem Auto nach Hause. Im Keller brennt Licht – haben das die Kinder wieder angelassen?

Ich sperre die Eingangstüre auf und rumms fliegt die Terrassentüre zu (die war doch versperrt gewesen!), Scherben liegen am Boden – sie wurde eingeschlagen! Diebe sind im Haus! Panikartig verlasse ich das Haus und sause mit dem Auto und den Kids zu den Hausbesitzern - einem netten tunesisch-französischem Ehepaar Maggy und Abdel. Abdel fährt mit mir zur Polizei. Sie kommen mit uns mit und übernehmen die Spurensicherung. Die Einbrecher sind weg, meine Sony Videokamera, ein Rucksack und paillettenbestickte Hauspantoffel auch. Alle Schubläden sind offen, durchwühlt. Ein komisches, beängstigendes Gefühl. Der Chef der beiden Polizisten schickt seinen Kollegen raus – er möge alles abgehen und schaun.

Er selbst fragt nach Mehl..? Ich hol es ihm, er bestäubt die Glasscherben, um die Fingerabdrücke sichtbar zu machen - was nicht gelingt. "Da ist nichts Verwertbares", meint er und geht zu seinem Kollegen nach draußen. Erfolgreich verwischen die beiden auch alle Fußspuren, die zur Gartenmauer geführt haben." Ich bin im schlechten Film, ein Psycho-Thriller", denk ich mir.

Einige Zeit später: nach einer Ladung bei Gericht, nach einem Einbruch in meinem Kindergarten, nach sexuellen, verbalen Übergriffen durch den Polizeichef von Djerba, täglichen Einschüchterungsversuchen durch anonyme Anrufer, die mich aufs Wüsteste beschimpften, Pick-up's die bis zu unserem Gartentor vorfahren und dann Lichtsignale geben… fragen mein Mann und ich bei seinem Bekannten, einem Zoll-Colonel, nach, ob er denn nicht helfen könnte. "Ja sicher, ihr seid so integre Menschen, das mach ich gerne".

3 Wochen später dann die ernüchternde Rückantwort:"Wenn ihr weiterhin auf Djerba leben möchtet und gesund bleiben wollt, dann hört auf nachzuforschen. Lamia war ein klitzekleiner Teil einer Mafiabande!" Diese war vom korrupten Landes-Polizeichef, seinem Kollegen auf Djerba, der mich belästigt hatte und einigen anderen eingesetzt worden. Ich war auch nur ein Mini-Opfer. Die Haupteinnahme war Prostitution und Drogenhandel.

1 Jahr später flog alles auf und sie wurden festgenommen. Ich hab nie mehr wieder was von Lamia & Co gehört.





© die_sage_der_gudrun 2020-07-20

cultureclub

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich ĂĽber Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.