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#1sommer1buch#sohn#allergie

Erlebt mein Sohn seinen ersten Geburtstag?

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Erlebt mein Sohn seinen ersten Geburtstag? | story.one

Mein Mann fährt für einige Tage mit den Kindern zu seinen Eltern nach Nabeul. Meine Tochter Yasmin ist 3 1/2 Jahre, Omar wird im nächsten Monat ein Jahr alt. Ich bleibe mit meiner ältesten Tochter Linda auf Djerba, da sie in die Schule geht und ich arbeite.

Nabeul ist circa 7 Autostunden entfernt, 420km. Wir telefonieren täglich, es geht den Kindern gut, wenngleich ich als Mama doch Sehnsucht nach meinem kleinen Sohn habe, den ich bis dahin auch noch immer gestillt habe. Diese Tage muss er mit Flaschennahrung auskommen. Das wird schon klappen! Am Tag der Rückfahrt ruft mich mein Mann an, Omar hätte etwas Durchfall. Ich rate ihm, viel öfter die Windeln zu wechseln und fühle mich bestätigt, dass Flaschennahrung weit nicht so gut ist, wie Muttermilch!

Um 22h kommen sie nach Hause, Omar sieht fertig aus, ist schlapp. Er hustet und hat erhöhte Temperatur. Ich frage, ob er denn auch genug getrunken hätte. "Ja sicherlich", bekomme ich als Antwort. Wir gehen schlafen, ich lege Omar, meinen süßen Jungen mit seinen riesigen braunen Glupschaugen und vielen dunklen Haaren, zwischen uns, fühle mich so sicherer, weil er sehr krank wirkt.

Um 4h früh werde ich munter: Omar glüht. Ich hole ihm etwas zu trinken. Plötzlich versteift sich sein Körper, er verdreht die Augen, beginnt zu krampfen. Ich versuche seine Zunge zu halten… ein erschreckender Anblick, sein Kind in diesem Zustand zu sehen. Mein Gott – ein Fieberkrampf, so wie ich es als Kind auch hatte – jahrelang musste ich Tabletten nehmen…

Ich lege ihm kalte Tücher auf den Kopf, rufe unseren Kinderarzt an, der auch ein lieber Freund ist. Er meint, dass wir sofort in die Klinik fahren sollen, er käme auch gleich.Wir fahren los, Omar ist sehr schwach, atmet flach… In der Klinik kommt Dr. Ben Tanfous einige Minuten später zu uns. Djerba ist Gott-sei-Dank eine kleine Insel und nichts ist wirklich weit entfernt. Er untersucht ihn, gibt ihm eine Spritze mit krampflösendem Mittel und hängt ihn an eine Infusion. Er hat offensichtlich zwei Infekte gleichzeitig eingefangen – Magen/Darm und Hals/Lunge - was für ihn zu viel war. Er bekommt Penicillin, es solle ihm nach ein paar Stunden besser gehen.

Ich muss jede Stunde seine Windeln wechseln, er hat unvorstellbaren Durchfall. Ich versuche ihn mit Buch-Anschaun und Fingerpuppen-Spiel bei Laune zu halten. Es geht ihm nicht besser. Sein Zustand verschlechtert sich. Ich bleibe die Nacht über bei ihm. Er ist so kraftlos. Sein Po ist wund, er jammert leise vor sich hin. Omar wird immer schwächer, reagiert kaum mehr auf meine Versuche mit ihm zu kommunizieren. Mein Sohn wird in 2 Wochen 1 Jahr alt, oder ...? Die nächsten Stunden sind entscheidend über Leben oder Tod.

Plötzlich kommt mir selbst die Idee: Ist er vielleicht allergisch auf Penicillin? Der Arzt reagiert sofort. Es ist den Versuch wert: Er wechselt das Antibiotikum und... 3 Stunden später geht es bergauf. Gerettet in letzter Minute! Hamdoullah.

© die_sage_der_gudrun 2020-09-19

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