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#warum#entsorgung#waschmaschine

Entsorgung von Singles

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Entsorgung von Singles | story.one

Schon vor einiger Zeit konnte ich nicht mehr umhin, es zu tun. Dann war kurz Ruhe. Doch nun droht die Sache von vorne los zu gehen. Ich musste und muss Singles entsorgen. Und ich habe keine ErklĂ€rung dafĂŒr, warum aus Paaren Singles werden, wo ich doch so aufpasse. Schließlich opfert man dann ja Ressourcen, prinzipiell lebensfĂ€hig, aber eben ohne Partner.

Das eigentliche Problem ist vielleicht gar, dass ich zwei Beine und somit zwei FĂŒĂŸe habe? Und mit einzelnen Socken demnach unterversorgt wĂ€re? Oder, dass ich nicht flexibel genug bin, sehenden Auges verschiedene Singles zu matchen?

Ist es wirklich immer die Waschmaschine, die diese textilen Opfer abverlangt? Sie sich einverleibt? Um genau was damit zu machen? Manchmal, kommt mir vor, beginnt das Übel schon davor. Dass teilweise sogar schon nur eine ungerade Anzahl dieser KleidungstĂŒcke in das Bullauge gestopft wird? Oder dann beim Trocknen – ich nutze keinen Trockner, sondern einen WĂ€schestĂ€nder und die Umgebungsluft – sich dabei welche verzupfen?

Wie machen sie das? Warum machen sie das? Warum kann ich diese Geister nicht zusammenhalten, obwohl ich mich echt bemĂŒhe, seit der letzten großen und wilden Aktion der Entsorgung von Singles?

Dabei gibt es sogar Konvolute, wo die Paarbildung gar nicht so streng zu handhaben ist. Wo ich gleich fĂŒnf Paare der gleichen Gattung in mein Sockengehege aufgenommen hatte. Und welche eine Art freie Liebe miteinander eingehen, weil ich jeden dieser zehn Socken beliebig mit einem der anderen neun zusammentun kann.

Und prinzipiell zĂ€hlt diese Sache ja nicht zu den weltweit grĂ¶ĂŸten Problemen, das ist mir schon klar. Aber ich frage mich dennoch, wie die kleinen Biester das anstellen. Und eben auch nach dem Warum? Weil letzten Endes nutzt dem einzelnen Socken das ja nur eine Zeit lang, nicht an mein Gebein zu kommen und sich somit abzunĂŒtzen ĂŒber die Zeit. Wobei die Frage nach dem Schuldigen unklar bleibt: Kam die Veranlassung zu dieser Trennung von jenem Socken, der sich versteckt? Oder von dem Socken, der in seinem Schicksalsrad und bei der Menge bleibt und den anderen irgendwie verstĂ¶ĂŸt? Tauchen einfach jetzt – woher auch immer – die einst versteckten HĂ€lften aus ihren ungestopften Universumslöchern hervor, um nun in der Sockenbox den einstigen Partner nicht treu wartend vorzufinden, sondern durch mich entsorgt?

Was alles befindet sich noch in diesen unsichtbaren Verstecken?

Habt Ihr da schon Lösungen fĂŒr diese kleine große Frage gefunden?

Wie z.B. Strumpfhosen tragen, weil da beide Fußteile wirklich sehr nachhaltig miteinander verbunden sind? Auch abseits der körpernahen Nutzung beim Waschen, Trocknen und Verstauen. Alle Socken entsorgen und sich dann eine grĂ¶ĂŸere Menge von Konvolutssocken anschaffen, wo es dann immer nur allerhöchstens ein einziges EinzelstĂŒck geben dĂŒrfte?

Helft mir doch bitte mit Euren Lösungen!

© Eva Hradil 2021-11-29

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