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#träume#rad#lagen

Die Welt gehörte uns

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Die Welt gehörte uns | story.one

Wir waren jung, die Welt gehörte uns. Geld war knapp, doch wir benötigten nicht viel. Im Sommer lebten wir von den Früchten des Gartens, im Winter von Eingemachtem.

Wir kannten jeden Winkel unserer Heimat, wir erkundeten mit dem Rad die verborgenen, romantischen Plätzchen, wo wir dann stundenlang im Gras verweilten. Wir beobachteten die Wolken, die Vögel, die am Himmel ihre Kreise zogen, die Schmetterlinge, die über die Wiesen tanzten und wir schmiedeten Pläne für unsere Zukunft.

Wir schufen uns eine heile Welt, in der alles möglich war, in der es keine Grenzen gab, alles erlaubt war und nichts verboten wurde. Wir lebten in Luftschlössern, wir badeten in Wunschflüssen und wir flogen im Gedankenballon in einer Stunde um die Welt, wir flogen hoch, doch wir fielen nie. In den Nächten stand unser Himmelbett unterm Sternenzelt, wo uns der Mond bei so manchen verbotenen Spielen beobachtete. Über den Ernst des Lebens machten wir uns keine Gedanken, den gab es für uns nicht, das glaubten wir zumindest. Wir liebten das Leben, so wie es war.

Heute, bin im Herbst des Lebens gelandet und denke noch gerne an meine Jugend zurück, an die verrückten Ideen die wir hatten, die unerfüllbaren Wünsche, die so hoch hingen, dass wir sie nie erreichen konnten und an vielen bunten Träume, die wie Seifenblasen zerplatzten.

Heute sehe ich meinen Urenkel, der am liebsten mit dem Handy schlafen würde und ohne Play Station nicht leben könnte.

Damals und Heute, dazwischen liegen nur knappe fünfzig Jahre.

© Gina 2019-08-18

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