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#schi#spazieren#cognac

Herbstfreuden

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Herbstfreuden | story.one

Leichter Nieselregen lässt sich auf die Erde fallen und die dunklen Wolken hängen fast bis auf die Erde herunter. Ich blicke aus dem Fenster und schüttle den Kopf, ich bin allein im Raum. Mein Stimmungsbarometer liegt sicherlich unter null, stelle ich fest.

Trotzdem, oder vielleicht deswegen zieht es mich hinaus, so als wollten mich die Wolken locken. Langsam ziehe ich mich an, Regenjacke mit Kapuze und feste Schuhe. Der Nieselregen begrüßt mich, so als wären wir alte Freunde. Ich hebe den Kopf sage den Wolken hallo. Sofort hebt sich mein Stimmungsbarometer ich atme tief ein, die Luft ist rein und kühl. Meine Schritte werden beschwingt ich lasse die Stadt hinter mir.

Die kahlen Felder winken mir zu, die nasse Erde duftet nach Keller, stelle ich fest. Damals als ich noch Kind war, ging ich gerne in den Keller, das Obst und Gemüse wurde dort gelagert und ich stibitzte mit manchmal eine kleine Karotte, oder eine Winterbirne.

Die sollten zu Weihnachten richtig reif sein, doch bis dahin waren sie alle zusammengegessen. Ich musste lächeln. Einige Menschen begegnen mir, den Kopf eingezogen, den Blick auf den Boden gerichtet, kein hallo oder sonst was. Doch ich lasse mir die Laune nicht mehr vermiesen, ich genieße den Spaziergang, allein mit mir.

Wieder schweifen meine Gedanken in die Vergangenheit, in die Kindheit zurück. Ich bin nun am kleinen Hügel angekommen, wo ich als Kind meine ersten Schiversuche machte, damals stand hier noch ein kleiner Schilift, ein Schlepplift. Mit einem Schilling konnte man damals fünfmal den Hügel hinauffahren. Heute stehen Häuser, oder besser gesagt Villen dort, jeder mit Pool. Ich komme am kleinen Häuschen vorbei, das damals schon dort gestanden ist, damals war weit und breit kein anderes Haus, heute steht es verloren zwischen den Größeren. Es sieht fast noch so aus wie früher, nur fehlen bei den Fenstern die Fensterkreuze, eigentlich schade.

Jetzt kommt etwas Wind auf und ich beginne zu frösteln, ich bin kein Freund des Windes. Auf schnellsten Weg marschiere ich wieder nach Hause, bereite mir einen heißen Tee mit einem kleinen Schuss Cognac zu, setze mich gemütlich hin, dabei blicke ich aus dem Fenster und lächle.

© Gina 2019-09-30

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