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#ehrgeiz#mytruth

Ode an den Ehrgeiz

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Ode an den Ehrgeiz | story.one

Sitzt dort hinten in deinem Kämmerlein, steuerst vielleicht nicht immer unerkannt,

ziehst die Fäden, die so mancher zum Überleben braucht.

Du Schafhirte ungehörter Gedichte,

Manager hinter Goldstimmen,

du zeichnende Hand, verleihst dem Papier glorreiche Linien.

Du Blutegel, nimmst und gibst.

Nimmst vertraute Berührungen,

vertreibst stützende Hände,

verscheuchst zutrauliche Stimmen.

Verstehst sie nicht, alles steht dir im Weg,

wie eine Mauer aus Statuen,

Mozart, Napoleon, Goethe, Picasso,

deren Stirn zu hoch.

Zu hoch für dich. Zu hoch für dein zu tief.

Du Blutegel, nimmst und gibst.

Gibst den Blick, der nur das Licht am Ende sieht,

hinterlässt hauchdünnes Lächeln,

an den kleinsten Windhauch ist nicht zu denken.

Baust Stufen aus Diamanten, saphirne geben nach.

Treppen, die nicht enden, ob sie sollen oder können,

Schritt für Schritt, für fünf weitere.

Weißt nicht, wer du sein willst. Kennst nicht den, der dir lieb ist.

Kannst nicht nachvollziehen, dass jene weniger sein möchten.

Für dich unmöglich innezuhalten, Sich umzudrehen, es gut sein zu lassen.

Du Stoßender am Abgrund.

Du nicht verschwindende Halluzination schlafloser Nächte.

Du Schraubenzieher zerfallener Träume.

Du wartende Limousine am Stadtrand der Verzweiflung.

Du Hafen am Meer betäubender Faulheit.

Du Rooibostee heiseren Gesangs.

Du tropfende Tinte auf Blättern ungeglaubter Möglichkeiten.

Weil du nicht weißt, wer du sein willst, du nur schwarz und weiß nicht kennst, weil nie klar ist ob richtig, ob falsch.

Gut? Böse? Chancen verstreichen lassen, Chancen ergreifen.

Ehrgeiz, du Chance, die die Wahl lässt.

© Hannah Ehgartner 2021-10-16

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