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#schmerz#tod#vertrauen

Im Herzen für immer

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Im Herzen für immer | story.one

Das Unvermeidbare haben wir beide längst schon gespürt – du und ich. Ich habe stets versucht, es zu verdrängen und wollte oder konnte einfach nicht akzeptieren, dass unsere gemeinsame Zeit sich dem Ende neigt. Dass du bald gehen musstest, fügte mir einen Seelenschmerz zu, den mit Worten zu beschreiben ich nicht vermag. Ich wusste, dass Vergangenes niemals wiederkehren konnte. Die Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit jedoch würden für immer und ewig in meinem Kopf und im Herzen bleiben. Du warst wild und ungestüm, manchmal auch grob; niemals böse. Deine Kräfte waren schier unerschöpflich und du hattest ein Herz aus Gold, warst stets aufrichtig und treu, anhänglich und sensibel. Niemand kannte dich, wie ich dich kannte. Dein Leben hättest du an jedem Ort, zu jeder Zeit, für das meine gegeben. Nun aber mussten wir Abschied voneinander nehmen und ich musste dich ziehen lassen. Längst schon war deine scheinbar grenzenlose Ausdauer einer Zerbrechlichkeit gewichen. Der lange und doch so kurze Weg, den wir gemeinsam gehen durften, war im Grunde nur ein Wimpernschlag. Dreizehn Jahre und ein halbes, geprägt von gegenseitigem Vertrauen, inniger Zuneigung und würdevollem Respekt liegen hinter uns. Ich liebe dich, wie man seinen vierbeinigen Weggefährten nur lieben kann. Niemals werde ich dich und unsere gemeinsame Zeit vergessen und halte fest am Gedanken, dass wir einander wiedersehen werden – irgendwann! Weißt du, was mir den größten Seelenschmerz beigebracht hat? Es war das Einlösen meines Versprechens, dich in der letzten Stunde nicht alleine zu lassen. Dir den Kopf zu halten und zu streicheln, mit dir zu reden, wenn der Veterinär dich von deinen unerträglichen Schmerzen erlöst. Ich hab es getan, weil ich dich so sehr liebe. Auch wenn du über die Regenbogenbrücke gegangen bist, spreche ich in Gedanken noch heute mit dir.

Ich ließ dich los, weil ich dich loslassen musste. Alles hätte ich dafür gegeben, noch mehr Zeit mit dir zu verbringen. Das Leben hat es jedoch anders für uns bestimmt. Verstehen, akzeptieren, trauern, weinen; und dennoch: Es überwiegt die Dankbarkeit, dass du mein tierischer Freund warst und ich dein menschlicher Freund sein durfte. Viele Orte werde ich besuchen, an denen wir gemeinsam gewesen sind, an viele Begebenheiten werde ich mich erinnern, die wir beide gemeinsam erleben durften. Bei vielen Gelegenheiten werde ich von dir und deinem gütigen Wesen erzählen und dass du Menschen und Tiere als Freunde betrachtet hast.

Gut, du hattest deinen eigenen Willen und auch schon mal das Weite gesucht, obwohl ich vehement durch lautstarke Kommandos und durch Pfiffe versucht hatte, dich von deinem Vorhaben, einem anderen Tier nachzujagen, abzubringen - vergebens! Dann bist du zurückgekommen, wie ein Gescholtener. Niemals konnte ich dir lange böse sein. Weil du mein bester Freund warst …

In schmerzenden und liebevollen Gedanken an meinen geliebten Hund und Weggefährten Florian. + 4.3.2019 um 14.36 Uhr

© Harald Hartl 2021-08-22

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