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#lebenserfahrung#familie#neubeginn

Der gefundene Weg (3/3)

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Der gefundene Weg (3/3) | story.one

Ich bin Maria und meinen neuen Job in der Druckerei habe ich angenommen. Jetzt macht das Leben wieder Freude. Sogar der Stuhl der ChefsekretÀrin ist meiner geworden und mein Boss, Frau Beate Ulmy, und die vielen netten Kolleginnen schaffen ein tolles Betriebsklima.

Zwischenzeitlich habe ich Beates Sohn Peter noch zweimal besucht und wir haben uns angefreundet. Sex und Bezahlung, hin oder her, es hat wirklich Spaß gemacht.

Aber heute ist mir schon beim Aufwachen schwindelig und Übelkeit kommt hinzu. Ein Tag zum Kotzen und Daheimbleiben. Ich melde mich krank und wechsle zwischen Bett und Bad. Am nĂ€chsten Tag suche ich meine Ärztin, die auch eine Freundin ist, auf und nach einer kurzen Untersuchung meint Anne: Ja Maria, Du bist schwanger!

Mein erster Gedanke: Nein, das geht nicht, das darf nicht wahr sein und in meinem Kopf taucht das Wort “abtreiben” auf, denn eine alleinerziehende Mutter möchte ich nicht sein. Ich fange an zu heulen, Anne tröstet mich und gibt mir viel positive Energie.

Nachmittags besucht mich Beate daheim und bei einem Tee beichte ich ihr, dass ich schwanger bin und sie jetzt in der Druckerei und auch Peter im Privaten auf mich verzichten mĂŒssen. Beate aber fĂ€ngt zu lachen an und sagt: Mein kleines Mariechen, das ist doch wunderbar! Weißt Du, ich habe ja nur meinen kranken Peter und deshalb gibt es auch keinen Nachfolger fĂŒr die Firma. Wir werden Dein Kind adoptieren, denn den Vater kennen wir ja.

Als Peter von meiner Schwangerschaft erfuhr, fiel er vor Freude fast aus dem Bett. Ich habe aber darauf bestanden, solange arbeiten zu gehen, wie es geht, denn eine Schwangerschaft ist schließlich keine Krankheit. So sah das zumindest meine Mutter.

Ich befinde mich in einem realen Traum, denn ich liege im Bett in meinem neuen Zuhause. Seit kurzem wohne ich bei Beate und Peter, habe eine ganze Etage fĂŒr mich alleine. Heute haben die Wehen eingesetzt und Anne, meine Ärztin, und eine Hebamme sind bei mir. Peter sieht vom Rollstuhl aus zu, hĂ€lt mir die Hand und auch Beate ist anwesend.

Dann geht es auf einmal ganz schnell, noch einmal presse ich und langsam kommt das Kind heraus. Ich höre: Es ist ein Junge und dann 
 habe ich nochmals eine Geburt und Anne sagt: Hoppala, noch eines und zwar ein MĂ€dchen. Zwillinge? Hatten wir soviel Sex?

Jetzt haben wir aber eine große Familie sagt der stolze Papa Peter und hĂ€lt seine zwei Kinder in den Armen. Wir werden sie Anne-Beate und Peter-Maria taufen - einverstanden? GlĂŒcklich nicke ich und stelle fest, das Leben ist fĂŒr mich wunderbar geworden.

Heute liege ich in meiner neuen riesengroßen Badewanne mit enorm viel Schaum, trinke ein Glas Champagner, schaue meinen neuen goldenen Ring an und freue mich, dass meine blöde Idee ins GlĂŒck gefĂŒhrt hat.

(Fiktive Geschichte)

© Horst Sammet 2021-10-14

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