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#whatislove#tierliebe#vierbeiner

Zen Meister

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Zen Meister | story.one

Hier liegt dieses kleine Bündel nun vor mir. Mit seinen knapp 40 Zentimetern und 4 Kilo, zählt er wohl zum Durchschnitt innerhalb seiner Rasse. Unser Kater weiß einfach was es heißt zu frönen und das Leben zu genießen. Wenn er sich dann mal von seinem Thron am Kachelofen erhebt, um nach dem Rechten zu sehen, oder nach dem Futter, dauert es meist nicht lange ehe er sich wieder wie ein Würmchen zusammenrollt und zu seiner Hauptbeschäftigung, dem Entspannen, übergeht.

Besonders mag ich es, wenn er am morgen seine weichen Samtpfoten leicht gegen meine Wange drückt und mir mit seinem Blick ein eindeutiges Signal gibt, dass jetzt Essenszeit ist.

Ich hätte mir das nie gedacht, welch Liebe sich zu einem Tier entwickeln kann. Ich bin zwar am Bauernhof aufgewachsen und die Tiere waren stets meine Begleiter, aber was sich hier mit diesem grauen Wollknopf abspielt erreicht eine neue Dimension.Eigentlich wollten wir noch warte, bis es besser passt,…wie es halt so ist. Im Endeffekt nur eine Ausrede. Und manchmal muss Frau einfach die Dinge in die Hand nehmen und gar nicht erst lange fragen.

So bekam ich eines Abends den Impuls beim ortsansässigen Tierarzt anzurufen und zu fragen, ob er nicht zufällig jemanden wüsste, der Katzen abzugeben hätte. Und wie es schien, war dieser Impuls wohl kein Zufall. Er gab mir die Nummer von einem alten Herrn, der gerade gestern mit drei kleinen Katzen zum Impfen bei ihm war und er glaube, dass noch nicht alle verstellt seien.

“Bernhard, komm! Wir müssen wohin!"

“Wohin müssen wir?”

“Kann ich dir nicht sagen, vertrau mir einfach und komm mit!"

Natürlich ahnte er es schon, da wir ja schon oft darüber geredet hatten. Außerdem sind seine Antennen zu fein justiert, als dass er es nicht ahnen hätte können. Auf dem Weg zu unserem neuen Familienmitglied hörte ich Bernhard zwar raunzen: “Aber du weißt, wir nehmen nur 2 Katzen, eine alleine kommt mir nicht ins Haus.”

Aber wenn Bernhard in seinem Raunzermodus ist, wie ich es liebevoll nenne, kann ich ihn nicht allzu ernst nehmen. Ich geb ihm zwar ein besänftigendes “Jaja” zurück, kenne ihn aber schon zu gut, um zu wissen, dass sein Herz in solchen Momenten etwas anderes sagt.

“Herr Sonnleitner, wir wären hier wegen der Katze.”

“Ah jo, woats a bissl, i schau schnö wo er is, da Schurli.”

Da “Schurli Burli”, so nannte er ihn liebevoll, aber etwas unbeholfen.

Und dann blitzt er uns entgegen, der kleine, grau-gestreifte Tieger mit den treuen, aber frechen grünen Augen.

Bernhard verwandelte sich innerhalb von Sekundenbruchteilen in einen samtweichen, kleinen Jungen. “Katzi, kumm her. Jo wo is er denn, jo kumm her, unser Katzi.” Es war klar, er gehört zu uns.

Kurz vor Ladenschluss schafften wir es noch ins Tierfachgeschäft, um eine Grundausstattung für ihn zu besorgen, dass es nun so schnell gehen würde, mit dem hatten wir wirklich nicht gerechnet. Am nächsten Morgen konnten wir es kaum erwarten ihn nach Hause zu holen. Unseren treuen Freund und Zenmeister, das kleine, weiche Katzenbündel.

© insanftenHaenden 2021-03-23

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