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#freundschaft#italien#venedig

Eine Amerikanerin in Venedig

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Eine Amerikanerin in Venedig | story.one

Eine Amerikanerin zu Besuch, ihr erstes Mal in Europa. Wir laden sie nach Venedig ein. Abgestiegen im Novotel Mestre. Alles andere entweder gesundheitlich bedenklich oder unbezahlbar. Idyllisch zwischen Autobahn, Industrieruinen und dem Stra├čenstrich gelegen, bietet es um wohlfeile 130 Euro pro Nacht Zimmer mit Chlorgeruch und angeschimmelten Duschvorh├Ąngen.

Im Parkhaus haben wir im SUV mit Z├╝richer Kennzeichen vor uns live erleben d├╝rfen, dass auch Schweizer hysterisch werden. Das Hupkonzert hinter ihnen und das mehrfache Versichern des Parkw├Ąchters, dass es ├╝berhaupt keinen Grund zur Aufregung g├Ąbe, schlie├člich seien zwischen SUV und Parkhausdecke mindestens 1,5 Zentimeter Platz und die Italiener ja bekannt f├╝r ihre Genauigkeit, wodurch Bodenwellen oder Abweichungen in der Raumh├Âhe praktisch unm├Âglich seien, veranlassten die Schweizer dazu, die Rampe im Schritttempo raufzufahren. Ihnen wurde ein Parkplatz im zehnten Stock zugewiesen. Uns auch.

Irgendwann spazierten wir durch das abendliche Venedig was sehr romantisch h├Ątte sein k├Ânnen. Aber es stellte sich heraus, dass die Amerikanerin nicht gern zu Fu├č geht und noch weniger gern Stiegen steigt. Ideale Voraussetzungen f├╝r Venedig.

F. hatte Hunger und musste aufs Klo, ich erkl├Ąrte dem Besitzer des Kiosks unter Verwendung meines gesamten Schulitalienisch, dass ich weder Venezianer noch Italiener war, aber trotzdem keine sechs Euro f├╝r ein Wasser zu bezahlen gedenke. Weiter wies ich ihn darauf hin, dass ich es f├╝r vorstellbar halte, dass seine Mutter in der N├Ąhe unseres Hotels auf der Stra├če ihre Br├Âtchen verdient. Daraufhin setzte er mich von der M├Âglichkeit in Kenntnis, Wasser aus dem Canal Grande zu trinken, wenn ich sein kostbares San Benedetto nicht zu sch├Ątzen w├╝sste. Wir einigten uns auf 3,50.

Das Abendessen durchschnittlich, die Preise gesalzen, aber verkraftbar (f├╝r Venedig ein Jackpot). Ein Wolkenbruch. Wir genervt, die Kalifornierin ├╝bergl├╝cklich, weil sie seit f├╝nf Jahren keinen Regen gesehen hat. Mit vom Himmel fallenden Wassertropfen kann eine auf Wasser gebaute Stadt nur schwer mithalten.

Am n├Ąchsten Morgen wollten wir uns ganz dem Sightseeing widmen. Um nicht ins Parkhaus zu m├╝ssen, nahmen wir den Bus ÔÇ×VERY closeÔÇť. Wie lang 200 Meter ├╝ber eine stark befahrene Schnellstra├če ohne Gehsteig sind, ist kaum zu glauben. Der Bus kam zu sp├Ąt und roch nach kaltem Rauch, altem Schwei├č und neuen Kunstfasertops.

In Venedig waren wir dann mit gef├╝hlten f├╝nf Millionen anderen Touristen, die nach der Hauptsaison, wenn die Pauschaltouristen weg sind, den sonnigen September nutzen, um Venedig ganz urspr├╝nglich zu erkunden. Zu erkennen an eingewachsenen Zehenn├Ągeln und zu engen Leggings.

Heimfahrt: Frage, was das Highlight f├╝r die Amerikanerin war. ÔÇ×The journey to Venice, I saw so many trees, those are wonderful, didn't know how many trees you have here. And the rain was awsome.ÔÇť Mein hysterisches Gel├Ąchter war unbezahlbar.

┬ę Jakob Zitterbart 2019-07-16

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