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#naturliebe#naturnähe#frühling

Wandern in der Feldmark

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Wandern in der Feldmark | story.one

Das Wandern durch die Feldmark ist an sich kein spektakuläres Ereignis. Nein. Die Wege führen mich nicht an den Rand hoch in den Himmel ragender Berge, an keinen Rand eines Gletschers oder Wasserfalls, auf keine Anhöhe mit einem atemberaubenden Panorama oder dem weiten Blick übers Meer. Nein. Durch die Feldmark laufe ich über asphaltierte Feldwege, an Wiesen und Pferdekoppeln vorbei. Landwirtschaft und Weidewirtschaft prägen diesen Bereich der Gemarkung. Hecken säumen die Wege, Gräben, die Baumkronen hoher Eichen bilden die Dächer der Alleen. Gehöfte und Stallungen sorgen hier und dort für Abwechslung. Und auch die Wälder, die Forste, sind nicht sagenumwoben, gespenstisch oder geheimnisvoll. Nein. Nichts Großes oder Großartiges. Die Waldwege, die meinen Marsch begleiten, sind schlicht schön. Ihre Schlichtheit jedoch lädt zum Verweilen ein. Das Zwitschern der Vögel durchbricht die Stille, das Rauschen der Blätter, das Knacken der Äste, frisch weht mir der Wind ins Gesicht. Ein Ensemble vereinzelt wachsender Waldblumen am Wegesrand sorgen für ein kurzes Entzücken. Klar schweift mein Blick über saftig grüne Wiesen.

In diesem Jahr gelang es mir, den Frühling wahrhaft zu genießen. Auf meinen Wegen durch die Feldmark begleitete ich die ersten zaghaften Versuche der Frühblüher, der Krokusse, Narzissen und Tulpen, heftete ich mein Augenmerk auf die Knospen der Bäume. Ich genoss die Kirschbaumblüte und den Flieder links und rechts meiner Wege. Den frischen Frühlingsduft atmete ich tief in mich ein. Die Namen der Wege: Syltkuhlen, Styhagen, Lehmkuhlen, Harthagen und Buckhorner Moor legen Zeugnis ab über längst vergangene Zeiten. Die regelmäßigen Spaziergänge sorgen für die notwendige Erholung. Das Glück im Kleinen: das angenehme Laufen im Sonnenschein, das Abschalten, meine Zufriedenheit. Schließlich entdeckte ich den Wanderweg von Garstedt nach Friedrichsgabe. Er führt durch die Feldmark, den Staatsforst Rantzau und schließlich durch die Große Heidekoppel. In zweieinhalb Stunden gut zu laufen, genoss ich in diesem Jahr bereits so einige Stunden friedlich in Stille.

© Jens Hanisch 2021-05-27

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