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Das Leben, Parabel

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Das Leben, Parabel | story.one

ein ewiges Auf und Ab der Jahreszeiten.

Es gibt immer wieder glückliche Zeiten, Krisen behaftete Zeiten und ein ruhiges Fahrwasser, wo es keine großen Wellen gibt, wo alles seinen Gang geht und das Schifflein auch nicht schwankt. Das sollte aber nicht die Regel sein.

Denn ein wenig Sturm, aufregende Wolken und eine steife Prise machen doch das Salz des Lebens aus. Wir erleben das in manchen Fällen mit einem Partner, Manche mit mehreren Partnern. Man geht dann mehr oder weniger zerzaust daraus hervor. Wir tragen vielleicht auch Wunden davon, aber so ist das Leben und wir tragen sie mit Würde.

Der stürmische Frühling, der heiße, leidenschaftliche Sommer, sie prägen unser Dasein.

Irgendwann kommen wir dann in ruhiges Fahrwasser und beginnen nach einigen Verlusten, unser Vermögen, unsere Erinnerungen, die Edelsteine unseres Daseins, zu hüten.

Das Leben, unser Sein ist jedoch viel zu kostbar, um uns im letzten Abschnitt wirklich damit zufrieden zu geben und diese wertvolle Frist zu verschwenden.

Mit offenem Sinn und weiterhin neugierig, durchschreiten wir die Zeit. Erleben hin und wieder einen Sternenschauer, einen Glücksmoment.

Wie schön ist doch der Herbst, mit manch wilden Stürmen, der Gischt des Meeres, die Muscheln an den Strand spült und wir finden plötzlich unerwartet eine Perle.

Wir halten sie in der hohlen Hand, bewundern ihren Schmelz, das schimmernde Perlmutt und es öffnet sich das Herz. Längst vergessene Melodien rauschen durch das Blut.

Unsere längst verdrängten Träume kommen plötzlich wieder hoch, Gefühle nehmen Besitz, wir wollen uns wehren, legen die Perle weg. Doch sie ist da, sie liegt in der Schublade, gebettet in den Samt der aufkeimenden Gefühle.

Doch aus verschiedenen Gründen oft können wir uns mit ihr nicht schmücken, müssten sie heimlich tragen. Doch ohne Sonne und Wärme der Haut, wird sie ihren Glanz verlieren.

Wir stellen fest, das Schicksal ist ungerecht.

© Joana Angelides 2021-10-17

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