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Unter dem Sternenhimmel

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Unter dem Sternenhimmel | story.one

Wenn du mit 16 in der Nacht im Gras liegst und in den Sternenhimmel schaust, siehst du Milliarden Sterne und beginnst unweigerlich zu philosophieren.

Du erzĂ€hlst und redest und erschaffst dein Universum, das so groß ist, wie das All, und der andere hört dir zu und redet und erschafft sein Universum.

Und ihr versteht euch und es ist nicht kalt und es ist nicht hart und ihr seht die Sterne und ihr verliert euch in die unendlichen Weiten eurer Existenz. Ihr bleibt die ganze Nacht, bis der Morgen sich in den Nachthimmel webt und ihr habt ein bisschen geschlafen.

Ihr umarmt euch und denkt dabei an diese wunderschöne Nacht im Freien.

Wenn du mit 61 im Gras liegst und in den Sternenhimmel schaust, siehst du Milliarden Sterne und du murmelst etwas von toll und schön und faszinierend.

Du schweigst und schaust und denkst und verkriechst dich in deinem Universum, das so klein geworden ist, wie eine ZĂŒndholzschachtel. Und der andere liegt neben dir und schaut und schweigt und murmelt etwas von toll und schön und faszinierend. Und dann verkriecht auch er sich schweigend in sein kleines Universum,- zu dem du keinen Zutritt hast.

Irgendwann ist es zu hart und zu kalt und ihr steht auf, umarmt euch und denkt dabei an die warme Stube, in die ihr nun hinein geht.

Und dann, im warmen Haus, zuckt eine leise Erinnerung durch euer Herz, wie es war, so mit 16, die Nacht im Freien unter dem Sternenhimmel


© Katalin Darthe 2021-02-23

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