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#horizont#fernweh#urlaubsfreuden

Schmetterlinge in Nicaragua

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Schmetterlinge in Nicaragua | story.one

Langsam macht er sich in allen Ecken meiner Wohnung breit. Der Duft von frisch gebrühten Kaffee. Ich schließe die Augen und atme tief ein. Man, wie ich diesen Geruch liebe. Ich nehme meine Tasse und setze mich auf die Fensterbank. Draußen tobt ein typisch deutsches Februar Wetter. Es regnet aus Eimern. Gelangweilt höre ich dem eintönigen Poppen der Tropfen zu, die an meiner Fensterscheibe aufprallen. Langsam gleiten sie an der Scheibe herab und ziehen ein wenig vom Schmutz und Staub der vergangenen Wochen mit. Ich habe das Fenster schon lang nicht mehr geputzt. Na ja, bei so einem Wetter wie heute ergibt das auch keinen Sinn. Also verschiebe ich es mal wieder. Ich schließe die Augen und nehme einen Schluck aus meiner Tasse. Dieser Duft. Dieser Geschmack. Sofort formen sich vor meinem inneren Auge wieder die Bilder. Der Film, der jedesmal läuft, seitdem ich in Nicaragua war. Das Grün der Kaffeepflanzen, der Jasminartige Duft ihrer Blüten. Der Geschmack einer frischen Kaffeekirsche, fast wie Blattsalat. Ich nehme noch einen Schluck aus meiner Tasse und der Film wird fast real. Ich höre den Gesang der Vögel. So anders als bei uns in Deutschland. Und dann sehe ich sie wieder. Diese vielen tausend bunte Schmetterlinge. Mein Blick wandert die steilen krumme Wege der Kaffeeplantage hoch. Schmetterlinge, soweit das Auge reicht. So etwas Wunderbares hatte ich noch nie gesehen. Damals war ich staunend den Weg hochgelaufen. Durch das Meer der Schmetterlinge. Oben angekommen habe ich mich verschwitzt, schnaufend umgedreht und hingesetzt. Der Ausblick über die Hügel raubte mir zum zweiten Mal den Atem. Viele bunte Blumen zierten die Wege entlang der Plantagen. Ihre Großmutter habe vor vielen Jahre diese Blumen angelegt, erzählte mir Maria Ligia, die Tochter des Farmers. Sie sind der Grund, warum so viele Schmetterlinge hier sind. Ich konnte nicht reden. Es war einfach atemberaubend. Wie lang ich da saß und diesen Anblick in mir aufsog, weiß ich nicht mehr. Aber lange genug, um es niemals mehr zu vergessen.

Diese Reise nach Nicaragua hat mich verändert. Seitdem ist der Begriff Fernweh für mich ein warmes Gefühl geworden, das ich immer dann tief in meinem Bauch wieder finde, wenn ich eine Tasse Kaffee trinke: Sehensucht!

Und auch heute auf der Fensterbank, an diesem regnerischen Samstagmittag, wandern meine Gedanken wieder zu diesem wunderschönen Land, dessen Natur und Menschen ich niemals vergessen werde.

Der letzte Schluck meines Kaffees ist getrunken und die Tasse leer. Ich öffne meine Augen und lächle. Nach Nicaragua werde ich sicher wieder verreisen. Und ich freue mich jetzt schon auf den Reis mit Bohnen zum Frühstück auf der Terrasse der Plantage.

© Katharina Schroer 2021-02-26

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