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Die Männer meiner Freundin

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Die Männer meiner Freundin | story.one

Groß ist sie, größer als die meisten Frauen. Das macht die Suche nach dem Mann fürs Leben nicht leicht.

Aber fangen wir von vorne an:

Irgendwann im vergangenen Jahrhundert erblickte sie das Licht der Welt. Eine jüngere Schwester folgte ihr nach in eine gutbürgerliche Familie. In und um das Häuschen der Eltern wurde gewerkelt und gepusselt. Dass die älteste Tochter hochbegabt ist, konnte oder wollte niemand wahrnehmen. Als Terminus gab es diesen Begriff zu dieser Zeit noch nicht und es hätte wohl nur Scherereien gemacht. So wurde ihr das Abitur auf einer erweiterten Oberschule verwehrt, weil an der infrage kommenden Schule gerade kein Platz mehr zu haben war. Die Bemühungen der Eltern um eine Berufsausbildung mit Abitur für die Tochter führten zum Erfolg.

Ein Ausbildungsvertrag im Elektronikbereich wurde geschlossen. Fortan nervte die Wissbegierige die dortigen Ausbilder bis zum Berufsabschluss mit Abitur. Ein passender Mann wollte sich in diesem Lebenszeitraum nicht finden lassen. Sie wechselte den Beruf, machte Fernlehrgänge und begab sich in Bereiche, wo sich kaum andere Frauen aufhalten. Unter den grauen Mäuserichen wurde sie die Blume im roten Kleid.

Das Elternhaus hat sie längst verlassen und wird nun misstrauisch beäugt. Wie gut, dass das Gleichnis von den Krähen und dem Wellensittich nicht ganz passt. Elegant, eloquent und leuchtend, so erleben sie die meisten Männer. Heiter, naiv und ununterbrochen redend erleben sie andere. In legerer Hauskleidung, mit zu kurzen Röcken und Kleidchen bekommen sie nur wenige zu sehen.

Mit den Menschen ist es so eine Sache: Die einen sind fasziniert von ihrer Intelligenz und ihrem Wissen, andere sehen in ihr die attraktive Frau. Auch ihre zahlreichen Kontakte und die gute Vernetzung können in den Kreisen, in denen sie unterwegs ist, als Attraktivitätspunkt gelten. Macht sie morgens die Augen auf, geht auch das Mundwerk an. Eine Vielzahl von Informationen sprudelt heraus. Dass jemand zuhört, ist dann wichtig, ob er antworten kann, nicht unbedingt. Abläufe sind präzise und vorausschauend geplant. Verhungert ist bei ihr noch niemand. Jeder Gast wird hingebungsvoll bekocht. Übernachtungsgäste erhalten auf einem aufmerksam hergerichteten Bett ein Betthupferl.

Eine Frage jedoch ist noch unbeantwortet: Wer wird der Mann für den Rest des Lebens?

Wohl gab und gibt es Männer im engeren Umfeld, doch derjenige, der in ihre Auswahl fiel, war nicht interessiert. Von den anderen hat ein jeder seine Qualitäten, jedoch ihre Qualitäten haben sie nicht voll erfasst. Sie stehen für Teilinteressen zur Verfügung. Für eine ganzheitliche Beziehung gibt es keinen Kandidaten.

Könnte sie backen, würde sie wohl aus obigen Facetten den idealen Partner zusammenfügen. Diese Facetten zu beleuchten wäre wohl erhellend. So sagte Kurt Tepperwein sinngemäß: Willst du den idealen Partner, musst du zum idealen Partner werden.

© Kathrin Schink 2021-02-25

Der Sinn des Lebens

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