skip to main content

#projektumsetzung#lebensprojekt#neugründung

Die Sache mit der Stiftung

  • 53
Die Sache mit der Stiftung | story.one

Ein Segen, dass die Sonne scheint. Sie sitzen im Freien. Im Hof hat sich spontan ein Menschenkreis gebildet, die erklärenden Worten lauschen:

„Für uns war am wichtigsten, dass unser Projekt Bestand hat und die Chance, vom Projekt zum Dorf zu wachsen. Trennung, Scheidung, Erbschaft sollten kein Risiko für den Fortbestand sein. Dafür schien uns die Stiftung geeignet.“

„Was wäre denn sonst möglich?“, die Frage stellt ein junger Mann, an dessen Jackenknopf ein kleiner Junge hochkonzentriert dreht. „GmbH, Genossenschaft und Verein sind Möglichkeiten, Entstandenes als Ganzes zu erhalten, wenn z.B. Erben Verschiedenes wollen. Wichtig für uns war auch, die gemeinnützige Tätigkeit im Namen zu tragen, denn die Stiftung als Trägerin des gesundbronnenDorfes arbeitet ohne Gewinnerzielungsabsicht. Die Einnahmen fließen in Stiftungszwecke. Niemand wird hier finanziell reicher. Der Reichtum besteht darin, gemeinsam zu leben und zu wirken.“ Der Jackenknopf ist ab. Neugierig untersucht ihn der Junge. Fast unmerklich nähert sich die Hand des jungen Mannes der des Jungen. In dem Moment, wo der Knopf im Mund verschwinden soll, umschließt die große Hand sanft die kleine.

„Jede dieser juristischen Personen muss zugelassen oder eingetragen werden. Für eine Stiftung tun dies Menschen in der zuständigen Behörde. Es geht darum sicherzustellen, dass Gespendetes und Gestiftetes im Sinne des Stiftungszweckes eingesetzt werden.“ Plötzlich liegt im Schoß der Sprechenden ein Knopf. Der Junge strahlt. Bevor die so Beglückte den Knopf zurückgeben kann, ist er zu den anderen Kindern hinübergelaufen. „Ist gespendet!“, zwinkert der junge Mann. „Und wie weiter?“

Der Blick der Angesprochenen richtet sich förmlich nach innen: „Stiftungskonzept mit Angaben zur Zweckverwirklichung, Aufstellung zu erwartender Erträge und Aufwendungen, insbesondere Verwaltungskosten, sind Unterlagen, die geprüft werden. Zum Zeitpunkt der Stiftungsgründung gab es das Haus in Hamburg und wenig freies Geld. Inwiefern so der Zweck der Stiftung, die Begründung der Infrastruktur des gesundbronnenDORFes, verwirklicht werden könne, sollte nach Ablauf einiger Jahre überprüft werden. So wurde es zunächst eine Treuhandstiftung mit den ZweckenJugendhilfe und Volksbildung, Assistenz und Altenhilfe. Ein Mensch ist der Treuhänder für diese Vermögenswerte. Ihm selbst gehört nichts davon.“

Ihre Aufmerksamkeit richtet sich wieder auf den Fragenden. Tee plätschert in ihrer Tasse. Die Kanne macht die Runde. „Wir legten also los. 2021 wagten wir einen neuen Versuch, die Stiftung zu einer juristische Person zu machen. Es hatte einen Immobilienzukauf und einen Verkauf gegeben. Die Ausrichtung war klar, finanzielle Mittel vorhanden. Die geforderten 3 Jahresabschlüsse rückten in greifbare Nähe. Wie aber sollten wir deutlich machen, dass weiter vorwiegend unentgeltliche Tätigkeiten stattfinden und sich jedes Teilprojekt selbst tragen würde?“

© Kathrin Schink 2022-02-08

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.