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#kindheit#geschichten#jungfamilie

Erzähl mir eine Geschichte

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Erzähl mir eine Geschichte | story.one

Mit dem ersten Nachwuchs einer jungen Familie, kommen auch die Hinweise, Ratschläge und gut gemeinten Geschenke. Vor allem aber sprießen Inspiration und Ideen. Den lieben Kleinen soll es schließlich gut gehen – den Eltern auch. Es gilt Einschlafrituale zu entwickeln und die wichtigsten Regeln ans Kind zu bekommen, mit kleinstem Widerstand. So wurde Karlchen Kobold in unsere Familie geboren. Im Überschwang der guten Absichten erhielt er zahlreiche Freunde dazu und so zahlreiche Optionen zur Fortsetzung:

Wohin auch Karlchen Kobold schaut, um ihn herum leben vertraut und sicher im Familienbund seine Freunde rings im Rund: Arndt Ameise wohnt im Ameisenhaufen, wo tausend andere Ameisen laufen. Die Königin ist aller Mutter, ihr bringt man zuerst das Futter. Das ist auch bei Bruno so. Die Bienen leben glücklich und froh in einem hohen alten Baum. Der Ausblick ist ein wahrer Traum und stören kann sie dort kein Bär, der gierig auf den Honig wär’.

Familie Maus hat viele Kinder, Neffen und Nichten auch nicht minder. Wenn alle mal beisammen sind, schaut Mutter Maus nach jedem Kind, ob alle saubere Ohren haben, ordentlich durch den Wald sie traben und keines frech und boshaft ist, die Lebensregeln gar vergisst. Der Vater achtet stets darauf, dass alle beim Ruf: „Mäuschen lauf!“, sich ganz schnell irgendwo verstecken, denn Mäuse manchen Tieren schmecken. Katzen, Füchse, Uhus, Raben sich gern an kleinen Mäusen laben.

Bei Rudi ist’s ein seltsames Ding: Die Eltern sind Herr und Frau Schmetterling. Auch Rudi wird bald zum Himmel hochfliegen und schöne bunte Flügel kriegen.

An manchem Tag fragt Karlchen sich:

„Woher komme ich eigentlich?“ So spricht er laut beim Herumspazieren. Gestern hörte er’s tirilieren: „Ich hab es gesehen, ich war dabei! Es war der Zauberer Harum Balei.“ Karlchen schaut suchend, woher es schallt. Eine Blaumeise macht über ihm halt, auf einem Baum am Wegesrand. Karlchen winkt mit seiner Hand: „Erzähl es mir, ich wüsste es gerne. Setz dich zu mir, Gast aus der Ferne!“ Die Meise kommt ganz dicht heran, damit sie Karl erzählen kann, was sie beim Zauberer gesehen – wir lassen es uns nicht entgehen!

Harum Balei, so muss man sagen, ist oftmals gar nicht zu ertragen. Er zaubert oft aus langer Weile, hält sich selten an die Zeile des vorgegebenen Zauberspruchs, wegen des grässlichen Geruchs, der oft entsteht, sind Fenster offen. So manchen hat es schon getroffen, der ahnungslos vorüberging. Heraus flog hier schon manches Ding, das besser drin geblieben wäre. Harum Balei hält nichts von Ehre oder Zauberer-Ehrenwort. Drum schickten die Zauberer ihn fort. Er wohnt jetzt im Himalaya, wo ihn einst die Meise sah.

Er braute grade üble Soßen und als er eine umgestoßen, ist die auf eine Nuss getropft, die er bisher nicht aufgeklopft. Die Nuss rollte davon mit Schwung, bekam ganz plötzlich einen Sprung. Heraus lugte ein kleiner Wicht. Der Zauberer merkte es nicht. Die Meise flog beherzt hinzu und trug ins Freie ihn im Nu.

***

Eingeschlafen …

© Kathrin Schink 2021-01-24

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