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#köln#hierundjetzt#lebensentscheidung

Et jitt kein Wood

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Et jitt kein Wood | story.one

Also doch (noch) nicht Amerika, sondern Köln, mein geliebtes Köln.

Köln war gut. Köln war wunderschön und richtig. Mein Freund (der heutige Mann) und ich konnten unsere Fernbeziehung beenden und lebten endlich in der gleichen Stadt! Meine Wohnung in der Altstadt-Süd war ein Traum. 55 qm mit Balkon, in 20 Minuten mit der Bahn zu meiner Schule und nur drei Minuten zu Fuß zum Neumarkt. Es war die Zeit, in der ich alles so noch machen konnte, wie ich wollte und noch nicht zwei Kindern und einem Mann hinterher räumen musste.

Nach zwei Jahren und einer fast-Trennung war es dann auch an der Zeit zusammenzuziehen. Wir mieteten eine Traum-Dachgeschoss-Maisonette-Wohnung und fühlten uns unschlagbar: Double Income, no Kids, Mid-week Cocktails in den hippsten neuen Bars in Ehrenfeld, Kurztrips mit dem selbstausgebauten Campervan, mal eben nach zu Freunden nach Bayern für Party und Ski fahren, überhaupt viele Partys! Und natürlich Karneval. Wir träumten von vielen Reisen, empfanden beide das gleiche Fernweh, aber hatten immer noch keinen festen Plan. Mein Mann ist im Gegensatz zu mir ein Gegner des Planens. Et kütt wie et kütt, sagt der Kölner und wie ich bereits an anderer Stelle erwähnte, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Meine biologische Uhr tickte zwar nicht besonders laut, aber nach fast 15 Jahren Pille, befand ich es für genug, setzte sie ab und wurde prompt schwanger. Wie mir meine Gynäkologin später bestätigte, muss man mich offensichtlich nur angucken und ich werde schwanger! Zumindest in der Kombination mit meinem Liebsten. Am Geburtstag meines Mannes zeugten wir also wir unsere erste Tochter. Wir bekamen erst die eine, drei Jahre später mit Ansage die zweite Tochter, zwei kölsche Mädsche – wie wunderbar! Dazwischen kauften wir ein Haus in unserem geliebten Veedel, als das in Köln noch möglich war. Ich liebte das Leben in der Stadt. Alles lag vor der Haustür: der Bäcker, der Bio-Laden, die Kneipe, das Restaurant, der Club, der Wochenmarkt, meine Lieblingssauna und sogar DM. Gemeinsam mit den anderen Muttis, die ich im „Babytreff mit Gudrun“ (eine berühmt-berüchtigte Neumutter-Aktivität in Köln) kennenlernte, schob ich meinen Teutonia-Kinderwagen mit meiner perfekten ersten Tochter für Anfänger durch etliche Kölner Cafés und schlürfte tonnenweise Latte Macchiatos. Später trug ich dann die Zweite im Tragetuch zum Kindergarten der ersten hin und her.

Ich liebe diese Stadt und werde sie immer lieben. “Et jitt kein Wood, dat sare könnt wat ich föhl, wenn ich an Kölle denk.” Das Leben war schön und wir waren glücklich. Na ja, meistens jedenfalls. Und Träume verschwinden nicht einfach von der Bildfläche. Ich war schon immer ein Mensch auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Veränderungen.

To be continued …

© Kathrin Schönberg 2021-04-02

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