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Lieblingsweg

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Lieblingsweg | story.one

Ich gehe aus der TĂŒr heraus und 26 Stufen den Hang hinunter. Sie sind noch feucht vom Regen und ich weiche der ein oder anderen Nacktschnecke aus, die meine Tochter so eklig findet. Ich atme tief ein und der ganz besondere Geruch nach einem Regenguss steigt mir in die Nase. Ich gehe nach unten bis zur Uferstraße und beginne meinen Lieblingsweg, die Runde um den Hopfensee.

Ich gehe, bis auf einige Ausnahmen immer gegen den Uhrzeigersinn. Zuerst ĂŒberquere ich die Straße, um zur Uferpromenade zu gelangen. Ich gehe an der „Marina“ vorbei, bei der bei schönem Wetter schon einige Familien entweder fĂŒr ein Eis oder das Tretboot in der Form eines Schwans anstehen.

Vorbei an den Badestegen bis zum neuen Restaurant, das etwas deplatziert wirkt. Nach der ersten Linkskurve kommt erst der Minigolfplatz und das erste Kneippbecken. Danach kommt die erste HolzbrĂŒcke ĂŒber den Rohrweiherbach und der Weg fĂŒhrt am Schilf entlang. Nach etwa 10 Minuten komme ich in das erste kleine WaldstĂŒck, in dem man rechts Richtung Hopferau abbiegen kann. Dann öffnet sich der Wald wieder und man hat einen wunderschönen Blick auf das Schloss Neuschwanstein im Osten unterhalb des Tegelbergs. Manchmal fliegt ein Schwarm GĂ€nse vom Feld ĂŒber den See. Im nĂ€chsten WaldstĂŒck fließt ein kleiner Fluss, es ist angenehm kĂŒhl und manchmal hat man GlĂŒck und die Bank am Ufer ist frei. Dann kannst du dich fĂŒr eine kleine Pause setzen und die großen Seerosenfelder bewundern.

Weiter geht es sĂŒdwĂ€rts und viele SpaziergĂ€nger biegen nun rechts ab um beim „Wiesbauer“ einzukehren. Ich gehe weiter Richtung FĂŒssen. Wenn ich an der „Meerjungfrau-Bank“ vorbeikomme - so haben sie meine Tochter und Mutter mal genannt - dann weiß ich, dass ich die HĂ€lfte des Weges hinter mir habe. Von dort gehe ich wieder Richtung Dorf, vorbei an einem Hochstand und einer WetterhĂŒtte und hinein in das lĂ€ngste WaldstĂŒck, das einen ganz besonderen Zauber innehat. Der Weg wird schmaler, unebener und dunkler. Wenn du gut aufpasst, kannst du sechzehn Holzskulpturen entdecken, die ein lokaler KĂŒnstler aus BaumstĂ€mmen geschnitzt hat: Wichtel, Vögel, ein Eichhörnchen, einen Wolf und ganz am Ende sogar eine Schlange.

Dann geht es rechts herum wieder aus dem Wald heraus auf die BrĂŒcke ĂŒber den Hopfenseeachen. Am Ende des Weges biege ich links ab Richtung Campingplatz. Auf der linken Seite kommt der Spielplatz, der Steg des Campingplatzes und rechts durch die Hecke kann man die Wohnwagen sehen, die einen Platz auf dem sehr beliebten Platz ergattern konnten. Ich gehe die letzten paar hundert Meter auf der Uferpromenade, vorbei an einem weiteren Kneippbecken, dem Fischereiverein, dem Maibaum und der kleinen HolzbĂŒhne, auf der Sonntagmorgens oft Musik gespielt wird. Fast immer beende ich meine Runde um den See mit einem Besuch bei der BĂ€ckerei um entweder Semmeln fĂŒr das FrĂŒhstĂŒck oder den besten Mohnkuchen der Welt zu kaufen.

Dieser Weg ist mein absoluter Lieblingsweg: 7,5 Kilometer pures GlĂŒck.

© Kathrin Schönberg 2021-08-04

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