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#weltreise#südsee#fischvergiftung

Delirium im Südsee-Paradies

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Delirium im Südsee-Paradies | story.one

Wir - als einzige Touristen - in einer kleinen Propeller-Maschine von Air Rarotonga. Mit uns im Flieger 3 Erwachsene und 2 Kinder sowie eine Henne mit ihren Küken und 4 braune Schweinchen.

Beim Landeanflug haben wir einen unvergesslichen Blick auf die türkisfarbene Lagune und die winzigen Inselchen, Motus genannt. “Welcome to Aitutaki!"

Das Flughafengebäude ist nur ein kleiner offener Unterstand, das Gepäck kann man sich einfach von einem Lastwagen nehmen. Alles sehr entspannt. Hier beginnt unser Südseetraum! Wir sind die einzigen Gäste im kleinen Inseldorf Ureia.

Die nächsten Tage spazieren wir am puderzuckerfeinen Sandstrand und genießen den Schatten der Palmen. Meistens sitzen wir unter einem Brotfruchtbaum im leichten Wind und blicken auf den Pazifischen Ozean oder beobachten die Einsiedlerkrebse und die roten Krabben. Wir schnorcheln und schwimmen im warmen Wasser und besteigen sogar den höchsten Berg der Insel, den 124 Meter hohen Maunga Pu.

Es gefällt uns so gut, wir verlängern unseren Aufenthalt nochmals um 5 Tage. Im Shop gibt es nur Wassermelonen und Mineralwasser zu kaufen, ansonsten sind die Regale leer. Uns macht das aber nichts aus, wir haben Halbpension in unserer Unterkunft.

Am Sonntag ist Gottesdienst in der ältesten Kirche der Cook Islands. Die Frauen singen wunderschöne Kanon-Lieder. Gänsehautfeeling! Danach folgt eine Einladung zu Obst und Kuchen in den Gemeindesaal.

Der Höhepunkt ist eine Lagoon Cruise mit dem Besuch von vier unbewohnten tropischen Inselchen. Wir schnorcheln im klaren Wasser und sehen bunte Tropenfische, Fischschwärme und riesige Muscheln. Auf Honeymoon Island pflanzt jedes Paar eine kleine Palme. Gleich auf der nächsten Sandinsel gibt es Mittagessen. Frisch gegrillten Papageifisch und tropische Früchte. Köstlich!

Wir landen auch in der paradiesischen Bucht von One Foot Island an, nach einer 5-minütigen Inselumrundung bringt uns unser Bootsführer zurück nach Aitutaki. Wir sind glücklich und zufrieden. So haben wir uns die Südsee jahrelang in unseren schönsten Träumen vorgestellt.

Am Abend sind wir müde und erschöpft. Gleichzeitig bekommen wir Bauchkrämpfe, starken Durchfall und müssen erbrechen. Einer muss deshalb die Badewanne nehmen … Dann wechseln wir die nächsten Stunden zwischen WC, Waschbecken oder Badewanne und unserem Doppelbett. Hohes Fieber und Schüttelfrost begleiten uns. In unserem Delirium träumen wir von rosaroten Elefanten und grauen Mäusen, sehen riesige Spinnen in unserem Zimmer und hören laute Buschtrommeln. Landen wir im Topf von Kannibalen?

Erst nach 2 Tagen kommen wir wieder zu uns und der „Schleier“lichtet sich. Wir hatten eine schlimme Ciguatera-Fischvergiftung und unsere Vermieterin hat sich rührend um uns gekümmert. Sie hat uns mit Hühnersuppe gefüttert und uns irgendwelche Heilkräuter verabreicht.

Der Abschied fällt uns trotz unserer Delirium-Erfahrung sehr schwer und wir wissen, wir kommen zurück in die Südsee!

© kris-traveller 2021-02-22

fremdeweltenReisenReif für die Insel

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