skip to main content

#lustig#sexymen

Alex

  • 156
Alex | story.one

Noch immer ziemlich erschöpft von der zweiten Impfung (eh schon wissen, welche) mache ich mich auf in den Supermarkt. Die Leergebinde der letzten Gartenparty gehören zurĂŒckgegeben und Gesöffe fĂŒr die Reise mĂŒssen eingekauft werden. Schließlich geht es morgen auf in die Ferien ans Meer. Endlich!

“Außer Betrieb” steht da auf dem LeergutrĂŒckgabeautomat. Genervt puste ich mir meine nichtvorhandenen Stirnfransen aus dem Gesicht, verlasse den Supermarkt und suche den nĂ€chsten auf.

WĂ€hrend ich warte, bis der Leergutbon gedruckt wird, schweift mein Blick nach links, und ich entdecke IHN.

Obwohl ich mit meinem schicken Wagen in den letzten Jahren öfter an Alex vorbeigefahren bin, habe ich ihn lange nicht mehr gesehen. Dabei ist er mir in der schwierigsten Phase meines Lebens beigestanden und hat mir jeden Tag ein wenig versĂŒĂŸt und mich gestĂ€rkt. Ich gebe zu, ich habe ihn vernachlĂ€ssigt in letzter Zeit, und das nicht zu knapp.

Und dann steht er plötzlich vor mir nach so langer Zeit, und ich weiß auch gar nicht wirklich, was ich sagen soll. Jedenfalls aber verspĂŒre ich gerade eine tiefe Dankbarkeit, dass der Automat im anderen Markt kaputt war, sonst hĂ€tte ich ihn mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit nicht getroffen.

Und weil mir halt noch immer die richtigen Worte fehlen und Alex mich wahrscheinlich eh nicht verstehen hĂ€tte können, wie auch, umarme ich ihn ganz fest. Gut fĂŒhlt er sich an wie eh und je.

Er ignoriert die Regeln und trĂ€gt keine Maske. So ein Lauser! Doch so kommt es, dass seine Wangen fĂŒr einen flĂŒchtigen Augenblick meine SchlĂ€fen berĂŒhren. Wahnsinn, wie schön kĂŒhl und erfrischend seine Haut doch ist und das trotz der Hitze. Tief schaut er mir in die Augen, etwas zu tief, denn ich kann ihm fast nicht mehr widerstehen. Wohl hat er schnell vergessen, wie sehr ich ihn vernachlĂ€ssigt habe in letzter Zeit. Vielleicht ist es ihm auch egal, weil fĂŒr ihn nur der Moment zĂ€hlt und im Moment bin ich ja eh hier bei ihm.

“Soll ich oder soll ich nicht”, ĂŒberlege ich noch kurz. Schlechtes Gewissen macht sich breit in mir. Vor Erregung lĂ€uft mir das Wasser im Mund zusammen und ja, tatsĂ€chlich nehme ich ihn mit nach Hause. Das Leben ist zu kurz, viel zu kurz, um auf das Schöne und Gute zu verzichten.

Schnell öffne ich die PlastikhĂŒlle mit den ZĂ€hnen, und dann gebe ich mich ihm voll und ganz hin, meinem Alex. Wie gut er noch immer ist. Wahnsinn! Ich kann es kaum glauben.

Übrigens fĂŒr alle, die es noch nicht wissen, Alex ist ein Schokoladenkakao! Ciao, Ciao!

© Kristina Fenninger 2021-06-26

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich ĂŒber Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.