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Auf zu altem neuen Wissen

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Auf zu altem neuen Wissen | story.one

Der Pharmaindustrie wird ja bekanntlichermaßen Profitgier vorgeworfen.

Und vielleicht stimmt das sogar - ich weiß es nicht. Ich für meinen Teil aber bin froh, dass es sie gibt. Ohne ihr und ohne das Wissen hervorragender Ärzte wäre ich nicht mehr hier auf dieser Welt. Da bin ich mir ziemlich sicher. Da mir die Zeit erheblich davonlief, hatte ich keine Zeit zum Experimentieren mit irgendwelchen Alternativen und ganz ehrlich, ich vertraute in meinem Fall den Ärzten.

Schon lange aber interessieren mich Kräuter und ihre verschiedenen Heilwirkungen auf unseren Körper sehr. Zudem liebe ich das Ausräuchern der Zimmer mit verschiedenen Harzen. Auch die Mystik rund um Kräuter finde ich spannend.

Die Wurzeln des Kräuterwissens gehen bis in die Steinzeit zurück. Die Kelten ernannten Bäume und Sträucher wie zum Beispiel den Holler und die Birke zu Häuptlingsbäumen. Für ihr Fällen bekam man die Todesstrafe. Im Früh- bis zum Hochmittelalter wurde neben dem schriftlichen Kräuterwissen mündlich Wissen weitergegeben und vermehrt. Im Hoch- bis Spätmittelalter kam es zu den Hexenverbrennungen. Ärzte hatten Angst vor dem Wissen der Kräuterkundigen. In der Renaissance aber dann wurde mit der Erfindung des Buchdrucks eine weitere Basis für die Verbreitung von Büchern und somit auch die Basis zur Verbreitung des Kräuterwissens geschaffen.

Nach dem 2. Weltkrieg kam unser Kräuterwissen fast vollständig zum Verschwinden. Das eingeführte Sozialsystem ermöglichte allen Menschen medizinische Betreuung. Wozu Kräuter sammeln, wenn man Pulver umsonst bekam? Durch das erwachende Natur- und Gesundheitsbewusstsein in den 1970er und 80er Jahren konnte diesem negativen Trend gegengesteuert werden. Einzelpersonen entdeckten das Kräuterwissen wieder und erhielten es.

Da ich bereits weiß, dass es für viele Wehwehchen und Erkrankungen wunderbare Heilpflanzen gibt, möchte ich mein Wissen erweitern, anwenden, weitergeben. Deshalb mache ich gerade die Ausbildung zur Dipl. Kräuterpädagogin. Es muss nicht immer alles nach vorne gehen und noch schneller werden. Manchmal ist es gut hinzuschauen, welche wunderbaren Schätze uns das Universum kostenlos zu unserem Wohlbefinden schenkt.

"Back to the roots", sozusagen.Ach ja, und der Begriff Hexe leitet sich vom Begriff Hag, was schützende Hecke bedeutet, ab. So eine schützende Hecke möchte ich gerne sein. Eine, die den modernen medizinischen Fortschritt nicht verteufelt, doch wann immer es möglich ist, sich auf die Natur, auf die Ursprünglichkeit beruft.

© Kristina Fenninger 2021-06-25

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