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#leidenschaft

Ba Ra Ra Ra

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Ba Ra Ra Ra | story.one

Singen befreit und tut der Seele gut. Bringt gute Laune und macht glĂŒcklich. Stress wird dadurch abgebaut.

Wir singen viel zu wenig, schrieb ein bekannter Logotherapeut in einem seiner BĂŒcher.

Nicht so ich. Mit voller Begeisterung und Kraft singe ich beim Autofahren und habe schon den ein oder anderen belustigten Blick dafĂŒr geerntet, als ein anderes Auto an mir vorbeifuhr.

Ebenso trĂ€llere ich auf Konzerten fröhlich mit. Den richtigen Ton treffe ich eher selten als meistens, so zumindest mein GefĂŒhl.

Zu meinem Geburtstag lud mich eine Freundin zum Ich-kann-nicht-singen-Chor ins Emailwerk in Seekirchen ein. Ich freute mich sehr auf diesen Abend. Ende April war es dann soweit. Gemeinsam besuchten wir die Veranstaltung. Wir und ca. 30 andere Leute haben "Get back" von den Beatles, "Blowin' in der Wind" von Bob Dylan und "Über den Wolken" von Reinhard Mey zum Besten gegeben. Begleitet wurden wir von unserem Chorleiter auf dem Klavier.

"Was machen diese Leute hier, hier im Ich-kann-nicht-singen-Chor?", dachte ich mir. "Die können ja so gut singen."

Egal, getraut hab ich mich trotzdem.

Ich habe meine ganze Energie aufgewandt und begeistert mitgesungen. Auch als sich jemand zu mir umdrehte und mich anschaute, ließ ich mich nicht beirren. Wir sind hier eben beim Ich-kann-nicht-singen-Chor und nicht bei der Salzburger Liedertafel. Da muss man halt schon damit rechnen, dass manche halt nicht so ganz Ton-sicher sind. Es geht ja um Spaß und Freude und nicht um Können.

Es war ein bunter Abend voller Freude, Spaß und Leichtigkeit, der nach Wiederholung schreit.

Meine Freunde waren begeistert, als ich ihnen davon erzÀhlte. Welch eine gute Idee, so etwas zu organisieren.

Wie langweilig und eintönig wĂ€re es, wenn im Wald nur die besten und schönsten Vögeln singen wĂŒrden?

Gestern, unter der Dusche, ich war gerade nicht so gut gelaunt, war ich voller Inbrunst mit Reinhard Mey im Duett ĂŒber den Wolken. Danach fĂŒhlte ich mich frei und mein Kopf war klar. Meine Laune wieder gut.

Schön, wie einfach das manchmal geht.

Ich mache weiter, immer weiter. Und spĂŒre, wie jede Zelle, wie jede Zelle meines Körpers vibriert.

Auch wenn mich wieder so mancher Autofahrer belÀcheln wird deswegen.

© Kristina Fenninger 2019-06-30

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