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Bambie

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Bambie | story.one

Die Tierliebe hab ich wohl von meiner Mama vererbt bekommen. Besonders die Rehe und ihre Kitze liegen ihr sehr am Herzen.

In unserer Nachbarschaft, beziehungsweise jetzt in ihrer Nachbarschaft, ich wohne ja schon lange nicht mehr bei meinen Eltern, lebt ein Bauer mit Wald. Es geht das GerĂŒcht um, dass er anscheinend extra die Kitze, welche in der Wiese liegen, zusammen mĂ€ht, um somit den Wildbestand und den Verbiss in seinem Wald zu reduzieren. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Meine Mama und er sind wahrlich keine Freunde.

Jedenfalls gibt es auch tierfreundlichere Landwirte, welche uns Bescheid gegeben haben, bevor sie angedacht haben, ihr Feld zu mĂ€hen. Meine Mama, meine Schwester, ich und unser Hund Timmy, seines Zeichens ein Straßenhund aus Teneriffa, machten uns auf den Weg und streiften durch die Felder. Wir wollten sicher gehen, dass sich nicht ein Kitz im Gras versteckte und zusammengefahren wird. Mit Erfolg! Wir freuten uns sehr, als wir ein kleines junges Reh erspĂ€hten. Mama holte einen JĂ€ger aus der Nachbarschaft, damit er das Tier zurĂŒck in den Wald bringen konnte. Wusste er doch von uns am besten, wie man damit umgehen muss. Am Waldrand sahen wir, wie die Mutter des Kitzes nervös auf und ab lief. Der JĂ€ger kam, nahm etwas Gras, damit das Tier nicht seinen menschlichen Geruch annahm und somit von der Mama abgestoßen wird. Er trug das Tier in Richtung Mutter. Es war wunderschön anzusehen, wie die beiden in eine hoffentlich unbeschwerte Zukunft ohne selbstgerechte Bauern davonliefen.

So manches Mal bei unseren StreifzĂŒgen durch die Natur sahen wir Einkerbungen in der Wiese. Da hat es sich wohl auch ein kleines Bambie gemĂŒtlich gemacht?

© Kristina Fenninger 2019-06-22

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