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Das innere Kind

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Das innere Kind | story.one

Ich bin Tagesmutter, aber Tageskinder habe ich im Moment keine. Aus verschiedenen GrĂŒnden habe ich mich entschlossen, es sein zu lassen, zumindest im Moment.

Trotzdem packe ich gerne meine bunten Farben und die billige IKEA SalatschĂŒssel aus. Aus buntem oder einfach aus normalem weißen Papier schneide ich mir Kreise in der GrĂ¶ĂŸe des "Innenlebens" der Schleuder aus. Danach gebe ich einen Papierkreis in die SchĂŒssel. SorgfĂ€ltig wĂ€hle ich dann die Farben aus, welche mein kleines Kunstwerk haben soll. KrĂ€ftig und voller Vorfreude gebe ich die Farben in beliebigen Bewegungen auf das Papier. Danach schließe ich die Schleuder und drehe sie öfter mit und gegen den Uhrzeigersinn. Mit den Kindern habe ich dabei immer laut ZaubersprĂŒche gesprochen und eine Kerze angezĂŒndet. Aber wenn ich es allein mache, dann lasse ich es normalerweise sein. Wobei, ich gebe zu, heute hab ich mich ertappt, wie ich Hokus Pokus Fidibus gedacht habe. Nach der Schleuderei wird die SchĂŒssel gespannt geöffnet, und was ich dann entdecke, begeistert nicht nur die Kinder, sondern auch mein inneres Kind. Kein Bild gleicht dem anderen.

Liebevoll nehme ich das Kunstwerk heraus und lasse es trocknen. Aus dem Entstandenen bastelte ich schon mal einen Fantasiereis-Adventskalender. Ich wickelte die SĂŒĂŸigkeiten, oder was auch immer, einfach in die Werke.

Schon etwas lÀnger schreibe ich auch wieder handgeschriebene Briefe und nicht nur Mails. Als Briefpapier nehme ich die farbenfrohen Kreise.

Mein Herz macht dann immer einen Satz vor Freude.

© Kristina Fenninger 2019-09-08

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