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Das Stirnband

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Das Stirnband | story.one

FrĂŒhling 2018: Ich bummle mit meinem Freund und einer Freundin durch den Kunst- und Designmarkt in der Panzerhalle in Salzburg. Wir besuchen meine Schwester. Sie stellt ihre Keramiksachen dort aus. Anschließend schlendern wir gemĂŒtlich weiter.

An einem Stand mit Textilien entdecke ich ein Stirnband. Es ist hellblau und gefĂ€llt mir sehr. Ich kaufe es. Der Schneider, der es herstellt und vertreibt, hat die gleichen Initialen wie ich: KF. Eingebrannt in ein kleines StĂŒck Leder und am Stoff angenietet.

Etwas spĂ€ter gehen wir drei auf ein Bier. Immer wieder streiche ich mit meinem Finger ĂŒber das Band. Es fĂŒhlt sich so angenehm an und freut mich wirklich sehr. Ich finde, es passt zu mir.

Nur wenige Tage spĂ€ter ist es klar: Bald werde ich keine Haare mehr haben. Zumindest fĂŒr eine Zeit lang. Traurig verstaue ich das Stirnband im Kasten. Ich finde nĂ€mlich, Glatze und Stirnband schaut blöd aus. Doch bin ich voller Hoffnung und Zuversicht: „Wenn ich es wieder herausholen und tragen werde, dann habe ich es geschafft und gewonnen.“ Ich spĂŒre, dieser Zeitpunkt wird kommen.

FrĂŒhling 2019. Immer wieder denke ich an das Band. Doch finde ich, dass meine Haare immer noch zu kurz sind, um es zu tragen. „Hab noch etwas Geduld“, sage ich mir. „Ein bisschen noch.“

Heute am Morgen binde ich mir die Haare zusammen, damit sie mir nicht ins Gesicht fallen. Eine Wanderung mit meinem Hund will ich unternehmen. Wir gehen aus dem Haus. Ein kalter Wind blÀst uns um die Ohren. Und plötzlich fÀllt es mir wieder ein, mein Band. Freudig gehe ich zum Schrank und setze es mir auf. Der Zeitpunkt ist gekommen...!

© Kristina Fenninger 2020-05-03

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