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#sportstory

Die Königin der Lüfte

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Die Königin der Lüfte | story.one

Wahrscheinlich hatte er sich in der Jahreszeit vertan, dieser sonnige und herrlich warme Tag im Advent.

J. hatte mir geschrieben, ob ich nicht Lust hätte, mit M. und ihm an den See zu fahren. Frisbee, Bier und Musik standen auf dem Plan der Männer. Ich überlegte und kam zu dem Entschluss, dass sich Bier und Musik eh voll gut anhörte.

„Frisbee muss ich ja nicht, nein, muss ich ja wirklich nicht spielen. Ich kann mich ja einfach auf eine Bank setzen und zuschauen“, ja, das waren meine Gedanken. Da es mit den beiden eh immer voll chillig ist, beschloss ich, sie zu begleiten.

Doch mit gemütlich auf der Bank wurde es dann halt doch nichts. Ehe ich mich versah, flog sie nämlich schon auf mich zu, die Scheibe. Ich sprang in die Luft und fing sie auf. Und was soll ich sagen, ich war sofort begeistert. Nur der J. war es am Anfang nicht ganz so von meiner Technik. „Wie beim Steine platteln musst du schmeißen“, meinte er. Doch was weiß ich davon schon? Wahrlich nicht viel! Geduldig zeigte er mir, wie es halt geht, das Frisbee schmeißen. Nach einigen Fehlwürfen (zweimal traf ich tatsächlich in die Umkleidekabine des Strandbades - wenn man das schaffen müsste, würde es einem wohl kaum gelingen-), wurde ich dann immer treffsicherer. Ob das am Zielwasser in Form eines Hopfenblüteneistees oder doch am Können lag, weiß man nicht so genau. Ist aber auch nicht wesentlich.

Mit einer Leidenschaft warf ich die Scheibe, und wenn es mir gelang, dass sie schön ruhig flog und nicht flatterte, so freute ich mich sehr. Beim Fangen bekam ich einen großen Ehrgeiz und machte wohl Sprünge wie eine Gazelle, damit ich sie erwischte.

So ging es halt viele Stunden dahin. Sport und dann immer wieder Bier, Musik und Geplaudere. Ich sog die angenehme Atmosphäre auf.

Auch als es dunkel wurde, dachte keiner von uns ans Nachhause gehen. Es war einfach zu schön.

So kam es, dass der Kater nicht nur über meine Muskeln, sondern auch über meinen restlichen Körper herfiel.

Wie gut, dass ich den weltbesten Chef habe, der seinen Mitarbeitern mal so ganz spontan einen Tag Urlaub gibt. Ich war sehr froh darüber. Wahrscheinlich aber war es auch für ihn besser so.

Eines weiß ich sicher: Das Frisbee spielen hat durchaus das Potenzial, zu einem neuen Hobby von mir zu werden.

© Kristina Fenninger 2019-12-09

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