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#freundschaft#vertrauensvoll#briefeschreiben

Fast ein Jahr

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Fast ein Jahr | story.one

Ich weiß nicht, ob ich deine größten Geheimnisse kenne, du jedenfalls aber kennst meine. Vor fast einem Jahr also hat das Universum (oder was auch immer) uns zusammengeführt. Ganz unverhofft. Doch ich sage dir, es hat alles richtig gemacht.

Viel Zeit haben wir seither miteinander verbracht. Gemeinsam, aber doch jede für sich, daheim am Schreibtisch, wenn wir uns gegenseitig geschrieben haben. Bunte, fröhliche und kunstvolle Briefe sind da hin- und hergeflattert, genauso aber musste auch eine jede von uns traurige, weniger schöne Zeilen von der anderen lesen. Materielle Geschenke haben wir ausgetauscht. Immer wenn ich mir meine Hände mit der zart duftenden Creme einschmiere, so denk ich an dich.

Ich weiß, wie dein Lächeln klingt, und du magst meinen Dialekt, er tut dir gut, sagst du immer zu mir. Das freut mich! Meinen Horizont hast du schon öfter erweitert und das, obwohl du einige Jahre jünger bist als ich. Tränen der Erleichterung haben wir miteinander vergossen, wenn auch eine jede für sich, weit weg von der anderen. Und wenn es der anderen gut geht, so freuen wir uns gemeinsam.

Alles begann so: Corona kam, und das "Deutsche Ministerium für Glück" startete eine Schreibaktion. Man schickte seine Adresse und bekam die einer anderen Person zugelost. Ich bekam die einer Fremden, eben deine. Die liebe Moni, welche ich von story.one bereits kenne, bekam meine, aber das ist eine ganz andere Geschichte, wenn auch eine sehr lustige, wie ich finde.

Zusammen mit der Adresse bekam man auch eine Frage zugeschickt, die den Schreibeinstieg quasi erleichtern sollte. "Glaubst du an dich?", lautete meine Frage und ja, das tu ich. Genauso fest aber glaube ich an dich und an uns. An unsere Freundschaft, und dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem wir ganz reale herzliche Umarmungen austauschen werden können. Wenn zwei Menschen sich mögen, dann finden sie immer einen Weg zueinander. Inzwischen umarme ich dich imaginär und ich weiß, du spürst es.

© Kristina Fenninger 2021-03-07

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