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#magischesituation#dukannst

Funkenflug

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Funkenflug | story.one

Nein, heute nehme ich keine Pizza-Romana mit Speck. Nach Fleisch und Wurst gelĂŒstet es mich derzeit nicht so recht.

Heute also eine Spinat-Pizza mit Camembert.

Ich verlasse die Wohnung. Es ist stockdunkel - die Nacht klar und klirrend kalt. Die Autoscheibe bereits angeeist. Der Italiener nicht weit. Ich gehe zu Fuß. Den Kopf nach hinten gelegt, schaue ich in den mit Sternen ĂŒbersĂ€ten Himmel. Plötzlich eine Idee. Jetzt aber erstmal Pizza holen und in Ruhe essen.

Nachdem der Bauch voll und somit auch die Seele zufrieden ist, rein ins Skigewand. Warm eingepackt, mit einer Decke und einer Kanne heißen Tee gerĂŒstet, raus auf den Balkon. Handschuhe dĂŒrfen nicht fehlen. Die Straßenbeleuchtung ist eingeschaltet - der Atem gut sichtbar. Die Gedanken, die schönen und die weniger schönen, kommen und gehen. Alle dĂŒrfen sie sein, alle haben sie ihre Daseinsberechtigung.

Der Blick immer ins Firmament gerichtet. Leider keine Sternschnuppe sichtbar.

Der Nachteil an Spinat-Pizza ist der, dass halt Spinat zwischen den ZÀhnen hÀngen bleiben kann. Und auch bleibt!

Handschuh aus. Mit Hilfe von Daumen und Zeigefinger wird versucht, den ÜbeltĂ€ter zwischen den ZĂ€hnen zu ziehen. Irgendwann erfolgreich!

DafĂŒr eine kalte Hand, und auch der restliche Körper beginnt langsam zu frösteln. Ich stehe auf und will hineingehen. Der Blick bleibt jetzt an den drei auf dem Fensterbrett liegenden Steinen hĂ€ngen. Zwei davon nehme ich in die HĂ€nde. Schöne Erinnerungen an einen lĂ€ngst vergangenen Ausflug kommen mir in den Sinn. Ein zartes, von Wehmut begleitetes LĂ€cheln, huscht ĂŒber meine Lippen.

Ich reibe die Steine aneinander. Erst ganz langsam und sanft, dann immer schneller und fester. Eine gefĂŒhlte Ewigkeit lang passiert nichts. Aufgeben aber ist halt gar nicht mein Ding. Und mein Durchhaltevermögen macht sich bezahlt. Irgendwann riecht es nach Schwefel. Dann sehe ich ein paar einzelne Funken fliegen.

Wie wunderbar! Meine MĂŒhe macht sich bezahlt.

Jetzt frage ich mich, ob ich mir etwas wĂŒnschen darf, und ich beschließe, ja. Ja, ich darf mir etwas wĂŒnschen!

© Kristina Fenninger 2021-02-23

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