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Im Garten wächst ein Marihuanabam

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Im Garten wächst ein Marihuanabam | story.one

Im Winter füttern wir in unserem Garten die Vögel.

Im Frühling des letzten Jahres blieb etwas Futter im Häuschen zurück. Bis ein starker Wind kam und uns die Sämerei im ganzen Garten verteilte.

Die Samen keimten, und so wuchsen in unserem Hochbeet Sonnenblumen. Zwischen das Gemüse auf unserem Balkon hatten sich viele Hanfpflanzen gemischt.

Wir machten Witze darüber.

Die Pflanzen wurden immer größer und größer, sodass man sie auch von der Straße aus gut sehen konnte.

An einem lauen Sommerabend, mein Freund und ich saßen gerade auf dem Balkon, schrie ein auf den Bus wartender Passant zu uns rüber: „Kann ich was von Eurem Gras haben?“ “Nein”, antwortete ich, “das brauch ich selber.” “Schade”, meinte er. Wir lachten.

Auch wenn wir nicht davon ausgingen, dass es wirklich brauchbar zum Rauchen gewesen wäre, musste es weg. Eine Gras anbauende Tagesmutter! Was sollen da bitteschön die Leute meinen? Auch wenn es mir immer mehr egal wurde, was die Leute von mir denken, so egal dann auch wieder nicht.

Eine Kräuterhexe erklärte mir mal, dass gerade die Kräuter, deren Heilwirkung der Körper gerade am dringendsten benötigt, oft im eigenen Garten wachsen. Vielleicht hatte sie recht, und der Hanf hätte mich sanft schlafen lassen, hätte ich doch die Nachtruhe gerade im letzten Jahr dringend gebraucht.

© Kristina Fenninger 2019-06-13

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