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Kräuter und die Liebe

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Kräuter und die Liebe | story.one

Da hatte ich jetzt gestern wieder einen Ausbildungskurs zur Kräuterpädagogin. Und was soll ich sagen! Die Referentin, ich werde sie Heidi nennen in meiner Geschichte, erzählte uns während wir durch den dichten Wald wanderten sehr skurrile Begebenheiten:

Den rosa bis purpur blühenden »Stink-Strochschnabel« nehmen Frauen mit Kinderwunsch in Form eines Tees zu sich. Da dachte sich ein Mann, was für die Frau gut ist, kann dem Mann auch nicht schaden. Weil er aber auf härtere Sachen stand, trank er keinen Tee, sondern setzte das Kraut in Alkohol an. Nach Wochen, als der Auszug dann endlich fertig war, trank er ihn. Aber nicht, wie für eine Tinktur empfohlen, dreimal täglich bei Bedarf 10-15 Tropfen. Sondern stamperlweise. Und anders kann ich es mir nicht vorstellen, es müssen sehr viele Stamperl direkt hintereinander gewesen sein. Jedenfalls wölbte sich seine Hose plötzlich.

Du weißt schon, wie ich das meine, oder? Ich glaube, näher brauche ich das an dieser Stelle nicht zu erklären. Und wenn du dir jetzt denkst, das ist ja eh voll super, so möchte ich hinzufügen, dass die Wölbung nicht mehr zurückging. So musste der Arme zum Arzt. Was ihn dort erwartete, weiß ich nicht. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass das schon sehr peinlich für ihn war.

Heidi erzählte weiter:

Ein anderes Kraut ist das Bilsenkraut, eine GIFTPFLANZE. Ein Referent organisierte einen Giftpflanzen-Abend und stellte unter anderem eben auch das Bilsenkraut vor. Es wirkt aphrodisierend und sorgt dafür, dass einem alles, aber auch wirklich alles, egal wird, und du tust, wonach dir gerade ist. Bei dem Seminar gehörte es auch dazu, dass man die Pflanzen ausprobierte. Wohl aber hatte der Referent selbst ein wenig zu viel erwischt, was dazu führte, dass er mit einer Kursteilnehmerin ins Schlafgemach verschwand. Am nächsten Tag musste er sich dann bei seiner Gruppe entschuldigen. Puh! Mit der Tinktur des Bilsenkrautes hatten sich die Damen früher die Stirn eingeschmiert. Es sorgt nämlich auch dafür, dass man besser sehen kann. Das war für die Arbeit am Spinnrad sehr wichtig.

Ein anderes Mal nahm Heidi selbst an so einem Seminar teil. Sie probierte wie eine andere Teilnehmerin auch das Bilsenkraut. Nach der Einnahme gingen sie in eine Kirche. Dort erkundigte sich der Referent, ob das Kraut eine Wirkung zeigte. Heidi kam es so vor, als würde in der Kirche Licht brennen, obwohl es keines gab. Die andere Frau druckste ein wenig herum. Nämlich traute sie sich in der Kirche fast gar nicht zu sagen, dass sie plötzlich ganz furchtbare Lust bekommen hatte. „Was der Pfarrer wohl dazu gesagt hätte?“, fragte ich mich.

Naja, ich weiß es ja nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass er eventuell überfordert gewesen wäre.

© Kristina Fenninger 2021-10-06

Alltagskomik

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