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#humorvoll#everydaystorysalltagsgeschichten

Mach den Mund auf!

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Mach den Mund auf! | story.one

Ich mag es, wenn Menschen über sich selbst lachen können, und ich mag es über mich selbst zu lachen.

Ständig passieren mir Dinge, die mir einen Lachkrampf bescheren. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass ich allein durch die Stadt spaziere und ich plötzlich zum Lachen anfangen muss, weil mir etwas einfällt, was mir einmal passiert ist.

Oft schauen mich die Leute dann ganz verwundert an, so als ob ich einen Vogel hätte. Na ja, vielleicht habe ich den ja auch.

Diese Woche also bin ich im Krankenhaus. Eine kleine Operation steht an. Ich werde über die Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt. Mein Herzlein wird abgehört, das Gewicht gecheckt, ein Fragebogen ausgefüllt.

"Rauchen Sie?" Diese Frage und viele weitere kann ich getrost mit einem Nein beantworten. "Trinken Sie regelmäßig Alkohol?" Na ja, wenn ich ehrlich bin, und immer öfter bin ich das schonungslos, muss ich hier ein Ja ankreuzen. Gerne gönne ich mir nämlich am Abend ein gutes Gläschen Rotwein. Nicht täglich, aber doch regelmäßig. "Also Frau Fenninger, einmal pro Woche oder alle zwei Wochen etwas Alkohol, das ist nicht regelmäßig", klärt mich der Arzt auf, ohne mich überhaupt zu fragen, wie oft ich Alkohol trinke. Er streicht jetzt das Ja durch und kreuzt das Nein an. Ich muss schmunzeln, doch diesmal nicht über mich selbst. Mein Mund aber bleibt zu. Ich widerspreche ihm nicht.

"So, Frau Fenninger, und jetzt machen Sie bitte den Mund ganz weit auf", befiehlt er mir nun.

Ich tu, was er mir sagt und denke mir, er wird meine Gesichtsmuskulatur überprüfen wollen.

"ALSO, NATÜRLICH OHNE MUNDSCHUTZ", herrscht er mich jetzt an.

"Oh, my Goodness!", was bin ich wieder verpeilt.

Nach der Untersuchung verlasse ich das Krankenhaus. Ich lache herzlich mit weit geöffneten Mund. Ohne Mundschutz.

Meine Zähne sind sichtbar. Und ich habe die größte Freude mit mir selbst. Ich bin eine Meisterin der Selbstironie!

© Kristina Fenninger 2020-11-21

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