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#summerchallenge

Mein Freund der Mond

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Mein Freund der Mond | story.one

Mit unserer ausgeliehenen alten Ente erkundeten wir Ibiza. Wie leicht und unbeschwerlich das Leben auf dieser Insel auf mich wirkte. Die Hippies wissen schon, warum sie sich gerade hier niedergelassen haben.

Es war eine Vollmondnacht, und wir fuhren dem Mond entgegen. Das Schiebedach hatten wir geöffnet. Ich konnte eine Brise frischer Meeresluft zwischen dem Benzingeruch des Oldtimers einatmen. Herrlich. Wenn ich daran zurĂŒckdenke, kann ich das GefĂŒhl, das ich damals hatte, wieder spĂŒren.

Ein anderes Mal in Griechenland. Auch da hatten wir eine Vollmondnacht erwischt. Mit einer Flasche Wein gingen wir spÀt nachts an den Stand. Wir legten uns in den warmen Sand und entspannten beim Anblick des sich im Meer spiegelten Mondes.

Am nĂ€chsten Tag liehen wir uns ein altes Motorrad aus und erkundeten Rhodos, fern von Touristenmassen. Der Tacho funktionierte nicht mehr. Aber das ist in Griechenland wohl egal. Eigentlich hĂ€tten wir bis 18.00 Uhr zurĂŒck sein sollen, da der Verleih um diese Zeit schloss. Wenn nicht, dann mĂŒssten wir fĂŒr einen weiteren Tag bezahlen, hieß es. Wir entschlossen uns, die Maschine erst am nĂ€chsten Tag zurĂŒckzugeben. Das Abendessen im Hotel ließen wir aus und genossen einen wunderbaren Salat mit Feta in einer atemberaubenden Bucht, bei einem zahnlosen herzlichen Fischer. Danach unternahmen wir eine Nachtmotorradfahrt. Der nun nicht mehr ganz so runde Mond sollte wieder unser Begleiter sein.

Am Abend des 16.07.2019 waren wir am See und beobachteten, wie die volle Kugel langsam in den Himmel stieg. Noch war sie voll. Bis um 23:30 hatte sie sich zu 2/3 in den Kernschatten der Erde geschoben. Der Vollmond wurde innerhalb weniger Stunden zur Sichel. Ich habe dieses Spektakel sehr genossen.

Überhaupt zĂ€hle ich den Mond schon lange zu meinen Freunden. Ich freue mich immer, wenn er mir Gesellschaft leistet. Egal ob an einem lauen Abend im Sommer(kino) oder in einer klirrend kalten Winternacht. Er hat fĂŒr mich so etwas Mystisches. Genau genommen zieht er mich magisch an. Mein Herz macht oft einen Satz, wenn ich ihn erblicke.

Heute Nacht hatte ich einen Traum: Wir hatten Urlaub und waren im Ferienhaus von Freunden eingeladen. Ich wollte nicht mehr dort bleiben. Also machte ich mich zu Fuß auf den Weg in die klare Sommernacht hinaus. Ich befand mich in Lochen am See in Oberösterreich. Einige Augenblicke spĂ€ter kam ich an der Traun in Siegsdorf in Bayern an. Am Ufer fand ein Festival ohne elektrische VerstĂ€rkung statt. Ich setzte mich an den Rand des Flusses, bis mich einige andere Besucher ĂŒberredeten, auch ins Wasser zu kommen. Ich machte das, und wir spritzten uns gegenseitig mit dem Wasser voll. Lebensfreude pur. Auch in dieser Nacht stand der Mond hell am Himmel. Was fĂŒr ein schöner Traum. Leider weckte mich mein Hund und riss mich heraus.

Als ich erwachte, wĂŒnschte ich mir, der Traum wĂŒrde Wirklichkeit werden. Wer weiß, wer weiß!

© Kristina Fenninger 2019-07-21

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