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Müde

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Müde | story.one

Wenn ich mich mit Freunden treffe, bleibt das Handy im Auto. Ich möchte dann immer ganz da sein und meiner(m) Gesprächspartner(in) die volle Aufmerksamkeit schenken. Wenn ich mit Freund und Hund wandern gehe, bleibt es meist ebenso daheim. Sowieso, wenn ich arbeite oder mit meiner Kollegin den Kinderkreativkurs abhalte.

Trotzdem.

Trotzdem verbringe ich täglich viel Zeit mit meinem Smartphone. Schicke Nachrichten auf WhatsApp und kontrolliere, ob die Person zurückgeschrieben hat. Eh okay. Scrolle in der selbigen App rum. Hat jemand ein neues Profilbild oder gar einen Status gepostet? „Ja. Wow, cool. Das schaut ja voll toll aus. Auf welchem Berg war die M. wohl da wieder?“

Was es Neues auf Facebook gibt, muss auch mindestens einmal am Tag gecheckt werden. Nur nichts verpassen. Durch Facebook bin ich schon auf die eine oder andere Veranstaltung gekommen. Eh voll nett.

Trotzdem.

Instagram verwende ich bewusst nicht, weil ich sonst noch mehr Zeit am Phone verbringen würde. Auch wenn es das eine oder andere Mal sicher inspirierend wäre. Ich überlege gerade: „Ich könnte die App ja herunterladen und ganz bewusst nutzen. Aber ob ich das kann, also das bewusst Nutzen? Ich glaube derzeit nicht.“

Seit 8 Monaten verbringe ich täglich viel Zeit auf story.one. Eh ganz große Klasse, diese Plattform. Ich mag es sehr gerne Geschichten zu lesen, zu liken und zu kommentieren. Es sind so tolle Geschichten dabei, die mein Herz berühren oder mich zum Lachen bringen. Ich mag es, berührt zu werden und lachen zu können. Gerne chatte ich mit anderen Schreiberlingen. Mittlerweile sind es tagtäglich so viele Geschichten. Damit mir ja nichts entgeht, versuche ich so viele wie möglich zu lesen. Ich ertappte mich dabei schon, das eine oder andere Mal nur flüchtig darüber gelesen zu haben. Nicht oft. Aber doch manchmal. Schade. Dann überlege ich, ob nicht weniger manchmal viel mehr ist.

Ich freue mich, wenn mir eine Geschichte einfällt und ich dann dafür sogar das eine oder andere Like bekomme. Aber noch mehr über einen wertschätzenden und/oder lustigen Kommentar. Schön, sehr schön, wenn das, was man geschrieben hat, jemandem gefällt. Die Likes und Kommentare laufen nicht davon. Natürlich weiß ich das. Trotzdem verbringe ich manchmal viel Zeit am PC, wenn ich eine Geschichte veröffentlicht habe und kontrolliere, ob sich schon wieder was getan hat. Eh nett.

Trotzdem.

Trotzdem macht das Ganze so manches Mal auch müde. Hin und wieder ist es schwierig für mich, aus dem Hamsterrad raus zu kommen. Ist es mir wirklich so langweilig mit mir selbst? Die Zeit am Schirm ist manches Mal wirklich sehr kräfteraubend.

Trotzdem.

Danke, dass meine Geschichten hier Platz haben. Danke fürs Lesen, Liken, Kommentieren. Es freut mich sehr.

Trotzdem.

Um mich nicht auszulaugen, werde ich jetzt wieder versuchen, so manches Mal nichts zu tun und mir selbst soviel Aufmerksamkeit zu schenken, wie ich sie stets anderen schenke. Die Likes sind bestimmt in einer Stunde auch noch da.

© Kristina Fenninger 2020-01-11

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