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(Nach)Sorge

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(Nach)Sorge | story.one

Immer wenn ich an Tagen wie diesen das Haus verlasse, hoffe ich, spĂ€ter wieder nach Hause zu kommen und nicht auf die Station gebracht zu werden. Ich verabschiede mich von meinem Hund in der Hoffnung auf ein Wiedersehen am selben Tag. Er dĂŒrfte mich ja nicht im Krankenhaus besuchen.

Schon öfters habe ich gesehen, dass Leute, die zur Kontrolle da waren, auf eine onkologische Station gebracht worden sind. Es hat wohl wieder etwas nicht gepasst an diesem Tag.

So sitze ich also da und warte auf die Blutabnahme.

Es dĂŒrfte heute besonders lange dauern. Ungeduldige fragen nach, wie lange noch ... Die Schwestern sind schon sichtlich genervt von der ewigen Fragerei, was ja wahrlich kein Wunder ist. Dass es dann noch lĂ€nger dauert, kapieren leider viele nicht.

Mein Blick ist auf das Bild mit den sezernierten Lamellenkörperchen einer Mauslunge gerichtet. Schon öfters habe ich mir gedacht, dass man das Wartezimmer etwas netter gestalten könnte. Es ist wahrlich kein Ort, an dem man sich wohlfĂŒhlt.

Aber na ja, so ist es halt.

Es ist fĂŒr mich immer ein Tag der Anspannung. Obwohl ich mich im Gegensatz zum Tag meiner Diagnose gesund fĂŒhle, hab ich doch immer auch ein bisschen Angst.

Dieses lange Warten, bis einem das Blut abgezapft und dann der Befund mit einem besprochen wird, ist doch ziemlich nervenaufreibend. Ich möchte mich wirklich nicht beschweren, aber auch, dass das Ergebnis meist mit einem anderen Arzt als bei der letzten Untersuchung besprochen wird, ist anstrengend fĂŒr mich. Bei ca. acht Untersuchungen habe ich sechs oder sieben verschiedene Ärzte durch.

Ich freue mich, dass ich es alleine schaffe, dorthin zu gehen. Ganz am Anfang hat mich immer jemand begleitet und wĂŒrde es auch heute noch tun. Aber ich schaffe das.

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Wie oft ich diesen Satz in meinem Leben schon gehört habe, ich weiß es nicht. Irgendwann konnte ich ihn nicht mehr hören. Doch wie wahr er doch ist.

Ich bin voller Vorfreude auf das ein oder andere GlÀschen, das ich mir heute an einem lauen Sommerabend genehmigen werde. Wenn mal wieder alles gepasst hat.

Zur Feier des Tages.

Mein vielleicht etwas wirres Geschreibsel möge man mir heute bitte verzeihen.

© Kristina Fenninger 2019-07-18

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