skip to main content

#vivaitalia

Sicilia

  • 166
Sicilia | story.one

Im Jahr 2014 planten eine Freundin, meine Schwester Andrea und ich, eine Reise nach Sizilien. An diese Insel, wenn ich denke, spĂŒre ich Feuer in mir. Feuer deshalb, weil fĂŒr mich diese Insel, wie Feuer eben ist, zwar schön aber auch gefĂ€hrlich und bedrohlich war. Nicht in echt, sondern nur in meinen Vorstellungen. Stundenlang recherchierte ich im Internet nach. Und zwar nein, nicht vordergrĂŒndig, was man alles Schönes erleben kann auf (und rund um) diese(r) Insel. Das erledigte gekonnt meine Schwester. Ich, viel mehr, machte mich schlau, was denn alles schon passiert ist auf Sizilien. Schließlich hörte ich, dass die Mafia dort zu Hause ist. Also kam es, dass ich uns daheim schon auf der Autostrada fahren sah:„Ein Motorrad machte eine Vollbremsung vor unserem Auto, der Biker sprang von der Maschine und bekam die AutotĂŒr irgendwie auf, obwohl wir natĂŒrlich das Auto von innen zugesperrt hatten, zerrte meine hĂŒbsche blonde Schwester raus und verschleppte sie. Ich sah mich schon fast sterbend vor Sorge um Andrea. Doch irgendwie hatten wir es geschafft, das Millionen-teure Lösegeld zu bezahlen und meine Schwester wieder freizubekommen. Ja, und das, obwohl wir vorher schon ausgeraubt worden sind, vom kriminellen Volk Siziliens.“ Ja, ich las viele gruselige Sachen im Netz, die solche Bilder in meinem Kopf entstehen hatten lassen. Schlaflose NĂ€chte durchlebte ich. Warum ich dann dorthin bin? Ich weiß es nicht mehr. Vielleicht wurde mir erst nach der Buchung bewusst, wie “gefĂ€hrlich“ diese Insel ist. Doch gebucht ist gebucht. So kam es also, dass wir uns in MĂŒnchen in den Flieger setzten und in Catania landeten. Es war schon spĂ€t, als wir ankamen und unser Leihauto bekamen. Doch oh Wunder, die Fahrt ins Hotel ĂŒberstanden wir unbeschadet. So besuchten wir das Theater in Taormina, den Ätna, ein Naturreservat, und unternahmen eine Bootsfahrt zum Stromboli. Alle 15 Minuten soll der Vulkan nĂ€mlich ausbrechen. Dieses Schauspiel wollten wir uns nicht entgehen lassen. Leider aber brach er wĂ€hrend unseren Aufenthalt nicht aus. Oder konnte man die Eruption aufgrund von schlechtem Wetter nicht sehen? Ich weiß es nicht mehr. EnttĂ€uscht fuhren wir zurĂŒck. Meterhoch waren die Wellen. Viele Leute mussten kotzen. Auch mir war speiĂŒbel. Das Boot legte an mehreren HĂ€fen an. Die Menschen stiegen aus, und zum Schluss blieben nur noch wir drei ĂŒber. Der Himmel verdunkelte sich.

Heilfroh war ich, als ich wieder sizilianischen Boden unter den FĂŒĂŸen hatte und die Crew sich freundlich verabschiedete. Wir verbrachten dann noch einige schöne Tage auf der feurigen Insel. Unter anderem besuchten wir noch den Fischmarkt in Catania. Sehr interessant. Da wundert es einen glatt, dass es dort nicht auffallend viele Salmonellen-Erkrankte gibt.

Viele Erlebnisse in meinem Leben trugen dazu bei, dass ich heute kaum noch Angst habe. Klar, ganz angstfrei bin ich nicht, aber wer ist das schon? Wahrscheinlich trug auch die Reise nach Sizilien dazu bei. Mille Grazie.

© Kristina Fenninger 2020-02-09

vivaitalia

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich ĂŒber Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.