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Kurztrip nach Triest

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Kurztrip nach Triest | story.one

Kurze Tapetenwechsel können bereits viel bewirken, dachten wir und machten uns auf die Reise. Nach mehreren Stunden Autofahrt gelangten wir endlich ans Ziel. Das Wetter war herrlich warm. Der Himmel wolkenlos. Ich bewunderte C.s Fahrkünste. Mit einer Präzision, die mich an “the fast and the furious” erinnerte, schlängelte er sich mit einem Abstand von ca. ½ Millimeter je Seite, durch die verwinkelten Gässchen.

Müsste ich ihn mit einem Wort beschreiben, wäre dies unter normalen Umständen “tiefenentspannt”. Während diesem Fahrmanöver glitzerten aber sogar auf seiner Stirn verdächtige Schweißperlen. Zumindest als ich die Augen noch geöffnet hatte. Irgendwann biss ich die Zähne zusammen, hatte sie geschlossen und hielt die Luft an. Trotzdem gelangten wir auf wundersame Weise, ohne Kratzer oder Streifer zu unserem Domizil. Ich stieg aus, reckte und streckte mich und genoss das warme Gefühl, der letzten Sonnenstrahlen des Tages, auf meiner Haut. Dabei inhalierte ich den Duft des Meeres (der in meiner Erinnerung weniger fischelte, als er es nun tatsächlich tat).

Mein Magen grummelte. Ich war bereits ziemlich hungrig. Ein Zustand, der meine niedersten Charaktereigenschaften herauskitzelt. Ich werde ungeduldig, launisch und bizzelig. C war jedoch ziemlich geschafft von der Autofahrt, weshalb wir beschlossen etwas zu rasten. Eine Stunde später begab er sich frischerholt aus den Federn. Ich merkte an, dass ich mich mittlerweile wirklich aufs Essen freute. Er mit Null-Stress-Haltung brauchte gefühlt eeeewig, bis er endlich, endlich fertig war und wir losgehen konnten. Viele Restaurants, an denen wir vorbeigingen, hatten, als wolle mich eine höhere Macht in den Hungertod treiben, leider geschlossen. C störte das nicht im Geringsten. Fröhlich grinsend fragte er: “Soll'ma uns a Gelato holen?” Hatte ich zuvor, wenn überhaupt einsilbig mit “Mhm” geantwortet, zerriss es mich mittlerweile vor Ungemach: “I wü ka scheiß Gelato”, schrie ich, “i hob an Hunger!”

Er, der den Ernst der Lage nun auch erkannte, führte mich durch verwinkelte Gässchen, den Hafen entlang zu einem romantischen Restaurant. Kleine, runde Sitzgelegenheiten standen auf einer Esplanade, zwischen Gasthaus und Meer. Auf jedem der Tische befand sich eine Glaslaterne, die eine Kerze in ihrem Inneren beherbergte. Beschaulich flackerte die Flamme windgeschützt und spendete Licht. Ich, damals noch Fischesserin, bestellte Pizza mit Meeresfrüchten. Nichtsahnend, dass die Langusten darauf zuerst geschält werden mussten. Bis ich endlich essen konnte, war alles kalt. Dafür wärmte mich der Wein und ich war wohlgenährt um einiges entspannter. Allerdings nicht lange, denn plötzlich begann es mich fürchterlich zu jucken. Sofort dachte ich an die Frische der Meeresfrüchte. Waren sie verdorben? C, cool wie immer, nahm meine Hand und blickte mir tief in die vor Angst geweiteten Augen: “Hasi, a Fischvergiftung hast net nur bei de Fiaß. Des san Gössn!”

© Lia Pipa 2021-05-22

Reif für die InselHoppalas, die uns zum lachen bringenunvergessliche ReisenNOT perfectBella Italia

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