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Urlaubsgrüße einmal anders

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Urlaubsgrüße einmal anders | story.one

Der heutige (Kopf-)Urlaub führt uns an einem strahlend, blauen Sommertag in ein djungelhaftes Eldorado in Fuerte Ventura. Weit und breit bedeckte kein Wölkchen das Firmament. Die Sonne brannte erbarmungslos auf uns nieder. Da ich im Sommer zum Tomaten-Teint tendiere, war ich großzügig mit Sonnenschutz eingecremt. Die klebrige Kombination aus Creme und Schweiß rangiert auf der Liste von Dingen, die ich ekelhaft finde weit oben. Doch Abenteuerexpeditionen bedienen nicht immer die eigene Komfortzone. Deshalb lenkte ich meinen Fokus weg vom abperlenden Schweiß, über das Verscheuchen der Gelsen, hin zur beeindruckenden Magie von Mutter Natur, die uns umgab.

Vor uns lag ein malerisches, künstlich angelegtes Biotop. Verschieden Farne wucherten neben Seerosen und boten mehreren, schnatternden Flamingos eine Abkühlung. Immer tiefer in den Dschungel führte uns der verwunschene Pfad. Einzelne Palmen säumten den Weg. Während ich über Steine und Wurzeln stieg, genoss ich die feuchte Kühle, die mir das Blätterdach bot. Wir kamen an verschieden großen Gehegen vorbei, während wir uns den Weg durch das grüne Dickicht bahnten. Auch deren Insassen machte die Hitze zu schaffen. Teilnahmslos und träge lagen sie im Schatten und versuchten sich nicht zu viel zu bewegen.

Wir verbrachten bereits den ganzen Tag im Oasis-Park. Lektionen, die ich bisher gelernt hatte: Der Ritt auf einem Kamel macht nur Spaß, wenn man entweder normal auf dem Tier reitet oder gewichts-technisch annähernd gleichverteilt ist. Ansonsten schleift der Eine tiefergelegt beinahe über den Boden, während die Andere Angst hat fliegen zu lernen. Für beide Seiten anstrengend in der Austacherierung. Außerdem sind Giraffen kuschelige Shootingstars. Bietet man ihnen genügend Äpfel und Karotten, knabbern sie zärtlich an deiner Schulter. Weitere Fressalien später, stehlen sie dir beim Selfie mit einem breiten Grinser die Show, während du dich erstaunt fragst, ob sie dafür extra trainiert werden.

Gerade in diesem Moment stießen wir auf eine Traube von Engländern, die vor dem Zebra-Areal pausierten. Direkt vor uns stand Eines, grazil und anmutig. Fast, als wäre es als Fotomotiv engagiert worden. Eifrig dokumentierte ich das prachtvolle Wesen und schickte es mit fröhlichen Urlaubsgrüßen munter an die Verwandtschaft. Erst dann bemerkte ich das Gelächter der vielen Kinder. Ich folgte mit meinen Augen ihren Fingern, die auf ebendieses Modell zeigten. Sie hatten etwas bemerkt, das ich komplett ausgeblendet hatte. Ein etwa siebenjähriges Mädchen kicherte laut: “Oooh, look at his winky”. Während die Eltern versuchten ihre Kinder (vom offensichtlich männlichen) Zebra wegzulocken, fiel bei mir der Groschen. Hatte man das Gemächt erstmal entdeckt, ließ es sich gedanklich nicht mehr zensieren. Meine Urlaubsgrüße blieben diesmal in Erinnerung.

© Lia Pipa 2021-03-06

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