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Die Geschichte der Savanne Teil 2

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Die Geschichte der Savanne Teil 2 | story.one

Die Geparden waren die schnellsten Geschöpfe, die Mutjunges jemals zu Gesicht bekommen hatte. Sie waren etwas kleiner als Löwen, waren schlanker, hatten ein schönes Fell und waren als Könige der Jagd bekannt. Ihr Pelz sah aus, als ob man mit schlammigen Pfoten über ihren Rücken gelaufen wäre. Mutjunges baumelte immer noch im Maul des Gepardenanführers. Die Löwen hatten die Geparden anfangs verfolgt, doch schon bald waren sie aus der Puste gewesen.

Nach einer großen Strecke wurde er abgesetzt. Mutjunges saß allein in einer kleinen, dunklen Höhle und wurde von einem der gepunkteten Tiere überwacht. Es schien, als ob die Geparden an Gefangene gewohnt waren, denn es war teilweise eingerichtet.

Der Boden war moosbewachsen und etwas gemütlich. In einer Ecke lag eine vielleicht zwei Tage alte Maus. Eigentlich sollte Mutjunges nicht das essen, was die Geparden gefangen hatten, doch er hatte RIESIGEN Hunger. Mit gierigen Bissen verzehrte er die getötete Maus. Es war eine mickrige Mahlzeit für ein Löwenjunges das gerade heranwuchs, aber es war genug um einen Teil seines Magens zu füllen. Danach wurde Mutjunges direkt von seinem Gefängniswärter auf eine Lichtung gestoßen.

„Wir wollen entscheiden was mit dem Löwenjungen geschehen soll“, meinte ein Gepard in der Mitte gerade. Dies ist vermutlich der Anführer, dachte Mutjunges. „Ich finde, wir sollten ihn töten. Er frisst auch und bald wird er wachsen. Außerdem würden wir dadurch die Zukunft des Kronenrudels zerstören“, miaute einer von ihnen. Ein paar andere murmelten zustimmend. Eine Gepardin mit schönen Augen sagte: „Unser Anführer und ich haben eine Tochter. Was ist, wenn sich die Löwen rächen wollen?“

Zu dieser Bemerkung murmelten auch ein paar Rudelmitglieder zustimmend. „Wir werden ihn am Leben lassen“, rief der Anführer, „Aber er wird als letzter fressen und wir werden den Löwen gegen ihn einen Tausch anbieten.“ Darüber war Mutjunges fassungslos. Sofort fragte er sich, was die Geparden tauschen wollten. Ihm fröstelte es als er daran dachte. Würden sie Beute verlangen? Würden sie verlangen, dass das Kronenrudel ihnen für immer und ewig diente? Nun bekam er ordentlich Angst. Da kam jemand auf ihn zu. Es war ein Gepardenjunges. Anscheinend war es die Tochter des Anführers. Wie alle Katzenjunge hatte sie schöne blaue Augen und ihr schlanker Gepardenkörper war, wie der von den anderen mit Tupfen befleckt. Sie sagte: „Mein Name ist Stern. Du bist Mutjunges vom Kronenrudel, oder?“ Der erwiderte daraufhin: „Ja ich bin Mutjunges.“

Stern plapperte: „Wir bekommen als Junges einen halben Namen und wenn ich mich dann bewiesen habe, bekomme ich einen ganzen Namen. Zum Beispiel, wenn ich als Junges ‚Scharf‘ heiße, dann bin ich, wenn ich mich bewiesen habe Scharfstein oder so.“ Die Art der Geparden ist cool, dachte er. Erst dann bemerkte er wie SCHÖN Stern war. Ihr geschmeidiger Körper, ihre schlanke Statur, … sie war das schönste, das Mutjunges jemals zu Gesicht bekomme hatte.

© Lina Yang 2021-06-11

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