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Ein klassischer Fall von Book-Hangover

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Ein klassischer Fall von Book-Hangover | story.one

Ich weiß, es klingt vielleicht ein wenig melodramatisch, aber es fühlt sich wirklich genauso an, wenn ich eine außergewöhnlich gute Buchreihe beende: Als müsste ich geliebten Freunden Lebewohl sagen!

Das war schon immer so. Ich konnte mich noch nie bremsen, wenn ich eine neue Buchreihe entdeckt hatte. Einen Band nach dem nächsten lese ich in einer Geschwindigkeit, als würde ich einen neuen Weltrekord aufstellen wollen, und ehe ich mich versehe, blätterte ich bereits auf die letzte Seite des letzten Bandes. Dann plötzlich drosselt sich meine Lesegeschwindigkeit drastisch, plötzlich bin ich noch nicht bereit, die liebgewordenen Charaktere gehen zu lassen. Viel zu schnell ist auch der letzte Satz gelesen und ich sitze traurig im Bett. Tun kann ich aber nichts, sondern starre nur das Cover an.

Anschließend wird der PC aufgedreht. Wie ein Junkie, der noch den letzten Rest des Rausches genießen will, google ich exzessiv alles, was es über das Buch zu wissen gibt. Angefangen von der Autorin über mögliche Prequels / Sequels bis hin zu Amazon-Kundenrezensionen und Fun-Facts ist da alles dabei. Denn wenn eine Buchreihe etwas wirklich Besonderes war, brauche ich meist einige Stunden, bis ich emotional bereit bin, ein neues Buch zu beginnen.

Man könnte also sagen, ich bin süchtig nach guten Buchreihen. Engelsnacht (Lauren Kate), Harry Potter (Joanne K. Rowling), die Tribute von Panem (Suzanne Collins), Zirkel (Sara B. Elfgren) oder Die Seite der Welt (Kai Meyer)...Sie alle und noch viele mehr haben es bereits geschafft, mich in diesen Zustand zu versetzen.

Jetzt gerade ist die Erinnerung daran noch sehr frisch, denn eben erst habe ich die Beautiful Liars- Reihe von Katharine McGee ausgelesen. Drei dicke Bände lang durfte ich dem Leben der High-Society der Zukunft folgen, wie sie sich entwickeln und sich immer mehr in ihren Intrigen verstricken. Regelrecht verschlungen habe ich die Bücher, in der Selbstisolation hat man ja sonst wenig zu tun. Nun sitze ich vor dem Computer, in Gedanken noch komplett in der Fantasiewelt der Autorin und kann es kaum fassen, dass das schon alles gewesen sein soll. Es erscheint mir noch unmöglich, ein neues Buch anzufangen.

Ganz einfach, sagt das Internet: Ein klassischer Fall von Book-Hangover! Obwohl ich das Wort noch nie vorher gehört hatte, spürte ich instinktiv, dass es genau das bezeichnet, was ich bereits seit so vielen Jahren fühle. Book-Hangover bezeichnet nämlich die Unfähigkeit, ein neues Buch anzufangen, weil du noch immer in der Fantasiewelt des alten Buches lebst.

Ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass dieses Gefühl doch nicht so verrückt ist, wie ich bisher glaubte, sondern offenbar so verbreitet, dass es sogar ein eigenes Wort dafür gibt. Heute werde ich noch in Erinnerungen an diese tolle Buchreihe schwelgen. Dafür bin ich morgen bereit für ein neues Buch!

© Marcela 2020-04-04

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