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#Afrika#spiritualität#kulturlebt

Ila Touba!

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Ila Touba! | story.one

Ila Touba! Auf Wiedersehen in Touba! Der Gruß hunderttausender Menschen, die sich jedes Jahr zum Grand Magal, zur Großen Pilgerfahrt in die Heilige Stadt Touba im Senegal begeben. Sie fahren in überfüllten Bussen, auf Mopeds, Pferdekarren, in Sammeltaxis. Das ganze Land versinkt im Verkehrschaos. Im Dezember 2013 bin auch ich auf dem Weg. Von Dakar mit einem Tourist Guide und 3 seiner Freunde. In einem „7 place“-Taxi.

Touba, die Hauptstadt der Mouriden. Eine Sufi-Bewegung, die Millionen Anhänger und großen politischen Einfluss im Senegal hat. Gegründet hat sie Cheikh Amadou Bamba, dessen Bild ist allgegenwärtig im Senegal: Haupt und Mund von einem weißen Schal verhüllt, Falten auf der Stirn, durchdringender Blick. Sein Porträt ziert Mauern, hängt als Glücksbringer am Rückspiegel. Dennoch stecken wir im Stau.

Kaffeeduft. Der Guide drückt aus einer geblümten Plastikthermoskanne schwarze Flüssigkeit in braune Espressotassen. "Café Touba“, sagt er, lächelnd. „Jerejeff. Danke“, sage ich. Koste vorsichtig. Stark gesüßt. Mit scharf-pfeffrigem Abgang. „Café Touba belebt“, sagt der Fahrer. „Bamba louki“ singen alle. Ich fühle mich wie einst auf Jungscharfahrt. Nur unbeschwerter. Als ich in die fröhliche Melodie einstimme, ernte ich wohlwollende Blicke meiner Mitreisenden. Es sind Baye Fall, Anhänger von Lamp Fall, Bambas wichtigstem Adepten. Noch sitzen sie in Jeans und T-Shirts im Wagen. Später werden sie in bunte Patchwork-Gewänder schlüpfen, wie Lamp Fall sie getragen hat. „Als Zeichen, dass wir alle unterschiedlich, aber Teil eines großen Ganzen sind“, wird mir erklärt.

Wir fahren wieder. Savanne, Felder, Hütten, Baobab-Bäume, Moscheen, Eselkarren, Wracks verunfallter Autos, Busse, Staub. An Kreuzungen Frauen, die Mangos, Wasser in kleinen Plastikbeuteln, Erdnüsse anbieten. Aus dem Radio tönen Zikr, spirituelle Gesänge. Ich bin müde. Mein Boubou klebt an der Haut. Wir sind 4 ½ Stunden unterwegs, als wir Darou Moukhti erreichen. Dort wird übernachtet.

Den Hauptfesttag verbringen wir in Mbacke, einem Ort 20 km vor Touba. Wir dösen unter einem Baobab und essen, alle aus einer Schüssel. Lamm, Reis, Getreidebrei. Trinken süßen Minzetee. Abends liege ich in meinem Schlafsack. Spüre: der kühle Sandboden, die Luft vibriert. Trommeln. Ein Rauschen über Touba und alle umliegenden Dörfer. Sie feiern Bambas Rückkehr aus dem Exil – vor mehr als 100 Jahren.

“We go to Touba!” heißt es erst am nächsten Abend. Mit Sammeltaxi und Pferdekarren. Die Moschee hell erleuchtet, prächtig anzusehen. “Zuerst zu den Gräbern", sagt der Guide. Vor Lamp Falls Sarkophag singen Baye Fall laut “La ilaha illa Allah”. Obwohl keine Muslima, darf ich, mit Kopftuch, hinein. Werde aufgefordert zu fotografieren. Die Heilige Quelle, die Warteschlange der um Kindersegen betenden Frauen. Freude, Fröhlichkeit, gepaart mit Spiritualität, nehme ich im Herzen mit. Ich werde wiederkommen.

© MaschataDiop 2021-02-08

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