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#pitztal#gemüse1680#landhausedelweiss

Das Gartenjahr als Liebesgeschichte.

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Das Gartenjahr als Liebesgeschichte. | story.one

Ob es ein Happyend gab, kann ich rückblickend auf jeden Fall bejahen. Ich würde jedoch behaupten, dass es mit viel Mut, Durchhaltevermögen, etwas Arbeit, manchmal Zwangsoptimismus und am Ende mit viel Freude zum Garten und der Natur zu tun hat. Eines ist sicher, die Bemühungen lohnen sich. Man darf die Hoffnung nie aufgeben und am Ende wird es gut.

Aber beginnen wir von vorn. Erst kommen die kleinen Samen und sprießen und gedeihen und das Herz geht einem auf. Diese hoffnungsvolle Stimmung war im Februar und März genau das Richtige, um in das Gartenjahr zu starten. Ich konnte sie richtig gehend spüren diese Frühlingsgefühle. Es lief wunderbar. Schon fast zu euphorisch gesellten sich sogar Chillis und Honigmelonen in mein Anzucht Sortiment.

Das Übermütige hinter der Rosaroten Brille schlug in ein Bangen und Warten um. Es war im April und Mai draußen noch viel zu kalt, um das vorgezogene Gemüse in den Garten umzusiedeln. Da saß ich dann mit meinem Teenager Salat, Kohlrabi, und Co. im Wintergarten und hab Trübsal geblasen. Das erste verliebt sein, war dann vorbei als es im Mai hier auf 1680m Seehöhe immer noch schneite!

Kein Wunder also, dass WIR und damit meine ich meine Tomaten und ich, uns im Juni einen ordentlichen Sonnenbrand holten. Aber egal ich hatte das Gefühl, dass auch den Pflanzen das Vitamin D richtig gut bekam. Nun konnte die Gartenparty also endlich beginnen.

Jeder weiß jedoch, dass der Sommer nicht nur mir und dem Gemüse die kalte Schulter zeigte. Die Zucchini jedenfalls hatte am Ende dieses heiß-, kalten Wetters die Form eines Barbarpapas. Jedes Mal, wenn es in der Nacht unter 5 Grad kalt war, stellten die Früchte einfach ihr Wachstum wieder ein.

Zickig und schiach, nannte ich meine Snackgurke. Da war nix mehr mit verliebt sein. Im Gegenteil, ich ärgerte mich sogar manchmal über das abgemagerte Grün direkt an der Südseite der Hausmauer. Da bekommt die Liebe den schönsten Platz im Garten und dann verhält sie sich so zaghaft. Wer hätte denn gedacht, dass dieses verschmähte Pflänzchen im Juli tatsächlich täglich eine köstliche Ernte für mich bereithält. Man sollte eben jedem seine Eigenheiten lassen und nicht nur auf Äußerlichkeiten achten.

Im Tomatenhaus schaute ich nervös jeden Tag nach, ob das Gewächshaus den gewünschten Schutz vor Regen oder Frost bot. Meine Spätzünder haben erst im September richtig Gas gegeben. Bis heute freue ich mich über mehrere Sorten des großartigen Gemüses.

Dass meine Chilliernte so erfolgreich war, ist eine große Überraschung. Eigentlich hatte ich mit diesem Gemüse schon früh klassisch Schluss gemacht. Ich dachte wir verstehen uns nicht. Aber nicht doch. Dieses Gewächs ließ sich nicht abservieren. Es war gekommen, um zu wachsen.

Es war ein Wechselspiel der Gefühle. Doch nach all den Ups und Downs liebe ich das Ergebnis und blicke zufrieden und stolz zurück in verliebtes Gartenjahr 2021.

© Melanie Siegele 2021-10-08

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