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#meer#heimat#erfahrungsschatz

Der Bauernsohn und der Schatz

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Der Bauernsohn und der Schatz | story.one

Es war einmal ein armer Bauernsohn. Er träumte davon, eines Tages ein reicher Mann zu werden. Als nun sein Vater schwach und krank geworden war, erzählte er dem Sohn auf dem Sterbebett von einem großen Schatz. Der Sohn versprach seinem Vater, sich auf die Suche nach dem Schatz zu begeben.

Als nun der Vater unter der Erde lag, tat der Sohn, was der Vater ihm gesagt hat. Er öffnete eine alte Truhe, auf deren Boden eine Schatzkarte lag. In seinen Träumen stand er bereits vor einem großen blanken Spiegel und sah sich in den Kleidern eines reichen Edelmannes. Der Bauernsohn ließ seine alte Mutter zurück und fuhr zur See. Nach Jahren in der Fremde besaß er endlich ein eigenes Schiff. Er sehnte sich nach seinem Elternhaus und fragte sich oft, ob seine Mutter wohl noch lebte. Manchmal weinte er vor Sehnsucht. Trotzdem musste er sich an das Versprechen halten, das er seinem sterbenden Vater gegeben hatte.

Also überquerte er den Ozean der tausend Träume. Als das Schiff sich schon nahe dem Schatzfelsen befand, tauchte ein gefährliches Seeungeheuer aus den Fluten vor ihm auf. Der Bauernsohn hieb dem Ungeheuer den Kopf ab. Aber immer, wenn er einen Kopf abgehackt hatte, wuchs ein neuer nach. Das Ungeheuer ließ sich nicht besiegen.

Und so machte der Bauernsohn schweren Herzens kehrt und fuhr nach Hause. Er fühlte sich elend, weil er mit leeren Taschen kam. Als seine alte Mutter ihn sah, da weinte er vor Freude. Sein alter Hund empfing ihn mit einem Schwanzwedeln und starb glücklich in seinen Armen, weil er die ganzen Jahre auf den Bauernsohn gewartet hatte. Die Menschen im Dorf machten für den Heimkehrer ein großes Fest. Und im Jahr darauf heiratete der Bauernsohn eine wunderschöne Frau. Als im Jahr darauf am Sterbebett seiner alten Mutter saß, da wusste der Bauernsohn, dass er den wahren Reichtum längst gefunden hatte.

© Michael Seitz 2021-03-06

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