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Ein neues Jahr - die Hoffnung bleibt

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Ein neues Jahr - die Hoffnung bleibt | story.one

Seit der ATG-Therapie fĂŒr Sebastian im Juli 2022 ist nun einige Zeit vergangen. Niemand konnte ahnen, wie Sebastian auf die Therapie anspricht, wie sein Körper reagieren wĂŒrde, was als NĂ€chstes auf ihn warten sollte. Die Infusionen mit den Pferdestammzellen hatte er erstaunlich gut vertragen und auch sonst war sein Körper in einem ‘guten’ Zustand, so wurde Sebastian bereits frĂŒhzeitig nach Hause entlassen. Dh, wir hatten am Wochenende noch WĂ€sche zum Waschen geholt und am Montag brachte ich sie wieder ins KH - ich durfte bis zu seiner Station gehen und dann war Stopp. Zu wissen, dass das eigene Kind nur ein, zwei Mauern entfernt lag und man nicht zu ihm konnte - ein unfassbares GefĂŒhl. Mit TrĂ€nen in den Augen hatte ich das KH wieder verlassen, wir gingen noch in St.Pölten frĂŒhstĂŒcken. Und beim FrĂŒhstĂŒck kam der erlösende Anruf von Sebastian - wenn alles klappt, wĂŒrde er am nĂ€chsten Tag bereits entlassen werden. Uff - jetzt war mal durchschnaufen angesagt. Am nĂ€chsten Tag war Sebastian also wieder in seiner gewohnten Umgebung und nun fing die Routine mit den Medikamenten an (in Summe 15 StĂŒck pro Tag), die er tĂ€glich einnehmen musste. Wie wĂŒrde er das vertragen? Es war interessant zu beobachten - Sebastians Stoffwechsel wurde angekurbelt, er hatte Hunger, richtig Hunger. Er nahm zu, seine Haare wurden dichter und sprießten an vielen, neuen Stellen. Scherzhaft meinten wir - vielleicht wird ja doch noch ein Werwolf aus ihm, aber solange er nicht zu wiehern beginnen wĂŒrde 
 gut, dass wir gemeinsam lachen konnten. Sebastian musste anfĂ€nglich jede Woche zur Kontrolle ins Spital, er durfte aber Ende Juli mit uns allen schon in den Urlaub nach KĂ€rnten fahren. Das war wirklich ein Wunder. Er schlug sich tapfer, obwohl die FĂŒĂŸe schmerzten (niemand konnte erklĂ€ren, warum). An einem kĂŒhleren Tag fuhren wir auf's Goldeck - von dort erklomm Sebastian fast die 2000m. Irgendwann streikten seine Lungen - der Sauerstofftransport war durch den immer noch niedrigen HĂ€moglobinspiegel doch beeintrĂ€chtigt. Aber egal - WIR waren alle gemeinsam auf Urlaub und Sebastians Zustand machte Hoffnung auf mehr. Seine Blutwerte verbesserten sich, manche Werte stiegen rascher, manche weniger rasch, manche fielen auch wieder. Seine Kontrolltermine wurden auf alle zwei und auf alle drei Wochen ausgedehnt. Zweimal hat Sebastian seit Juli 2022 wieder Blutkonserven erhalten. Was also zuerst alle drei Wochen notwendig war, reichte jetzt fast fĂŒr drei Monate. Ganz sicher sind wir uns noch nicht, ob wir feiern sollen. Die wirkliche Entspannung setzt noch nicht ein. Aber ich als Mutter bin einfach nur glĂŒcklich, dass sich der Zustand von Sebastian stabilisiert hat. Ob es eine langfristige ‘Heilung’ geben wird, werden wir wahrscheinlich erst in ein bis eineinhalb Jahren wissen. Was ist schon gewiss im Leben 
 NICHTS.

'Zwischen unserer Vorstellung vom Leben und dem Leben an sich liegt der Hauch der Ewigkeit.’

© Michaela Schmitz 2023-01-01

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