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#lebenskunst#rucksackreisen#clowns

Auf einer Bühne im Februar

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Auf einer Bühne im Februar | story.one

Folgende Geschichte schrieb ich in Madrid auf Spanisch für eine Kurzgeschichten Open-Stage mit den Vorgaben: wahre Erzählung, nicht länger als 5 Minuten, Titel „Beinahe“.

Beinahe… Bin ich in Südamerika.

Im Jahre 2014 schloss ich meinen Bachelor of Science an der Universität Wien ab und reiste nach Thailand. Mein erstes Mal außerhalb Europas. Im thailändischen Dschungel wurde mir bewusst, dass ich nicht in der Wissenschaft arbeiten möchte, obwohl ich vor meiner Abreise dazu eingeladen worden war. Die Thailand-Reise war befreiend gewesen. Noch wusste ich nicht, was ich wollte, doch zumindest was ich NICHT wollte. Nun fragte ich mich: was tun?

Nachdem Ayahuasca ja modern ist, unter den verlorenen Seelen in Europa, die nicht wissen, was mit ihrem Leben machen, entschied ich nach Süd-Amerika zu gehen und einen Schamanen zu suchen, um durch das Ayahuasca-Ritual herauszufinden, was meine Bestimmung ist.

Es schien mir außerdem eine gute Idee, da beinahe auf dem ganzen Kontinent die gleiche Sprache gesprochen wird; was hilfreich ist, um mit den Menschen zu kommunizieren. Eine Hürde gab es noch: Spanisch lernen, denn ich hatte keinen blassen Schimmer von dieser Sprache. Ich ließ also mein Leben hinter mir und reiste nach Spanien, um dort einige Monate zu leben und zu lernen. Danach wollte ich nach Südamerika reisen und so lange bleiben, bis ich mein Ayahuasca Ritual erlebt hatte.

Per Autostopp brach ich auf, um auf den kanarischen Inseln ein Schiff zu finden. Ich hatte die feste, romantische Vorstellung den Ozean mit einem Schiff zu überqueren. Auf meinem Weg kam ich nach Granada, und lernte eine Schule für Theater und Clownerie kennen.

Nach einer Schnupperstunde "Clown" war ich unendlich verliebt: in die Kunst des Clownens und die magische Stadt Granada. So blieb ich und lernte Spanisch in einem Clownskurs.

Doch in meiner unendlichen Verliebtheit verliebte ich mich nochmal: in einen Griechen. Wir vögelten 2 Wochen lang 8 Stunden am Tag und erlebten, was Tantra ist. Im hormonellen Vollrausch reisten wir nach Rhodos, wo ich mit einem Liebes-Kater zu mir kam. Es war wie nach einem Party-Black-Out. Wo bin ich? Was ist passiert? Ich verabschiedete mich von meinem Lover und kehrte zurück nach Spanien. Zweiter Versuch!

Aber – die Liebe! Durch Barcelona reisend verliebte ich mich Hals über Kopf in ein ganzes Künstlerkollektiv, mit dem ich ein wunderschönes Haus bezog: „La Experimental“. Wir gründeten einen Verein und organisierten verschiedene kreative Projekte. Nach 2 Jahren erfuhr ich zufällig von der Körpertheaterschule "Nouveau Colombier" in Madrid, mit Fächern wie Tanz, Pantomime, Maskenspiel, Clownerie, Bouffon, Viewpoints und mehr. Ich war entzückt! Alles, was mir gefiel, war da - und mehr. Hier wollte ich studieren. Also sparte ich Geld zusammen und hier bin ich nun: in Madrid, Körpertheater studierend.

Seht ihr wie stark Ayahuasca wirkt? Es erleuchtet dich bis ins Ausland und zeigt dir, was du wirklich willst!

© Miriam Strasser 2022-03-15

Theatergeschichten

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