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#würzig#witzig#beziehungsalltag

Ein heißes Bad im Juli

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Ein heißes Bad im Juli | story.one

Ein junges Paar liegt in der Badewanne. Schaumberge tanzen auf dem Wasser. Das Licht ist gelöscht. Kerzenschein schimmert durch den Raum. Sie teilen sich eine ziemlich süße Zigarette. Es ist Mitte Juli. Draußen regnet es. Es geht der Wind und es hat weit unter 20 Grad. Sie schüttelt kichernd den Kopf: So was aber auch, da ist es Mitte Juli und wir nehmen ein heißes Bad. Dabei sollten wir im Freien, in der Sonne, am Wasser sein. Und draußen baden. Er seufzt: Ja, traurig ist das. Ein trauriger Sommer...

Das wäre ein guter Titel für ein Buch. – Was denn? – Ein heißes Bad im Juli. – Überhaupt nicht! – Du findest nicht? – NEIN. – Wieso nicht? Ich finde, es ist ein guter Titel. – Das klingt nach einem schlechten, Ostdeutschen Softporno: ein heißes Bad im Juli. – (Darüber muss sie lachen) findest du? Aber stell dir mal vor, du bist in einer Buchhandlung und siehst ein Buch, auf dem steht "Ein heißes Bad im Juli", ein einfarbiger Einband, die Schrift in einer anderen Farbe… – Rot auf Gelb! – Zum Beispiel. Aber eben ganz schlicht und simpel, ohne eine Beschreibung. Würdest du nicht danach greifen, um den Klappentext zu lesen? Würde es dich nicht neugierig machen?

Nein, ich würde es nicht in die Hand nehmen, klingt wie ein Ostdeutscher Softporno oder ein anderer Schundroman. Ich glaube nicht, dass der Titel gut ankommt. – Du bist blöd. Das ist ein guter Titel, ich werde ein Buch mit diesem Titel schreiben und es verkaufen! – WAS? Das willst du? Das kannst du doch nicht machen, das ist ja voll peinlich! Da steht dann "Ein heißes Bad im Juli" und dein Name. Und vielleicht ist im Einschlag oder auf der Rückseite noch ein Foto von dir. Das kannst du doch nicht bringen!

(Sie muss kichern) doch, ich bin selbstironisch genug dazu! Es wird ein Kurzgeschichten-Band. Die erste Geschichte heißt wie der Buchtitel und es geht darum, wie ich dir davon erzähle und was du antwortest. Das ist dann die Einleitung zu dem Buch. – (Er nickt anerkennend) das würde ich aber wieder cool finden. Das ist eine gute Idee. – (Sie nickt zufrieden lächelnd) eben. Siehst du wohl, das Buch wird ein voller Erfolg werden!

Sie beginnt, mit seinem Geschlecht zu spielen. Ihre Finger massieren seinen Penisschaft. Sie zupft an seinem Hodensack. Er schließt die Augen.

Ist das angenehm? – Hm, schwer zu sagen... irgendwie, ein bisschen. Aber auch nicht. Es ist irritierend und verwirrend. Nicht aufhören! – (Sie muss lachen) Ich möchte deinen Samenleiter ertasten... Ich frage mich, wo er ist... da! Hab ihn gefunden, ich kann ihn spüren. Wie fühlt sich das an? – Hm... so, als würde es verdammt weh tun, wenn er durchgeschnitten wird… – (Ihr Lachen steckt ihn an) – … warum lachst du so? – Weil der Dialog Gold wert ist! Dieser Satz: So, als würde es verdammt weh tun, wenn er durchgeschnitten wird. Großartig! – Du bist total verrückt. – Wieso? – Na, welches Mädchen sagt so was schon: Ich möchte deinen Samenleiter ertasten. – Dieser Dialog könnte wirklich in einem Buch vorkommen. – Wenn du ihn dir merkst, darfst du ihn aufschreiben…

© Miriam Strasser 2022-03-15

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