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Jede*r kann tanzen, Teil 5

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Jede*r kann tanzen, Teil 5 | story.one

Die Augen so weit offen wie noch nie blieb er stehen, um sich diesen Ort des Wunders zu besehen. Überall wimmelte es vor Heiterkeit und Leben: die bunten Farben der Kostüme, so viele verschiedene Tiere – die meisten übten ihre Kunststücke – Eduard konnte es kaum glauben, das Geschehen schien ihm fast den Atem zu rauben. Sein Körper fühlte sich mit einem Mal so lebendig, war wie zum Zerreißen gespannt, beinahe wurde ihm schwindlig, da hörte er die Musik und wusste, es gab kein Zurück...

Er begann zu tanzen, zu springen - es war wie eine Explosion tief in ihm drinnen, er fühlte sich wild und frei, war wie von Sinnen - plötzlich befand er sich mitten drinnen, im Geschehen, umringt von der ganzen Truppe, die innehielt und Eduard zuguckte. Die MusikerInnen waren hell-auf begeistert von der Resonanz, die sein Tanz ihrem Spiel beisteuerte. Auch sie spielten ihr Lied noch wilder und freier! Mit dem letzten Ton endete Eduard Edwins Tanz, er war ganz außer Atem, erwachte wie aus Trance, um sich umringt von all diesen Tieren zu sehen, ihm begeistert Beifall gebend. „Nun bin ich mittendrin, während alle im Kreis um mich stehen …“, dachte er, doch da war es schon geschehen: Die MusikerInnen begannen wieder zu spielen, jemand schrie: PARTY und alle Tiere tanzten mit ihm. Es war Eduard Edwins erstes Freudenfest und bestimmt nicht sein letztes, so viel verrate ich schon jetzt…

Die Mamatrone sah das Ganze mit wissendem Blick. Le Skunk raunte ihr zu: „Ist er nicht ein Goldstück?“, und tanzte schon mit. „Bring ihn später zu mir!“, rief die Mamatrone ihm hinterher… So hatten sich zu späterer Stunde Eduard und Le Skunk in ihrem Zelt eingefunden. Glückselig nahm Eduard kräftigenden Tee entgegen, während Le Skunk von ihrer Begegnung erzählte. Die Mamatrone hörte aufmerksam zu und sagte dann: „Nun erzähl aber du! Woher bist du gekommen?“ Bei dieser Frage fühlte sich Eduard ganz benommen. Seufzte erst bevor er dann seine Geschichte zu erzählen begann… Die beiden anderen konnten seine Worte kaum glauben. Die Mamatrone blickte Eduard mitfühlend in die Augen: „Mein Junge, du kannst mir vertrauen: Du hast Talent und gehörst in die weite Welt. Es fällt dir sicher schwer, doch zurückgehen kannst du nicht mehr… Lass deine Vergangenheit hinter dir, es ist besser für dich, du ziehst mit uns mit. Schreibe deinen Eltern einen Abschiedsbrief. Vielleicht weinst du erst bittere Tränen, doch glaube mir, es ist das beste für deine Seele…“

So kam Eduard Edwin also zum Zirkus-Clan. Mit der Zeit entwickelte er seinen eigenen Stil und schneiderte sich sein extravagantes Kostüm. Wo er tanzte, schien die Zeit still zustehen, sein Tanz verband Eleganz mit Kraft und Zerbrechlichkeit, er berührte die Herzen des Publikums, wurde überall gefeiert! Nach vielen Reisen durch die ganze Welt, kam sein Trupp zurück in seine Kindheitsgegend, um dort aufzutreten. Eduard Edwin Emmerich konnte nicht glauben, wer gekommen war, um ihn zu sehen, …

© Miriam Strasser 2022-03-15

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