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#traum#fantasie#traumgeschehen

Traumreise

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Traumreise | story.one

Eulalia fiel im Traum durch ein Dimensionsloch in einen anderen Raum, dessen Zeitgeflecht war verschoben; so wurde ihr Körper verbogen und bekam eine andere Form, in welcher sie durch eine wuchernde Welt fiel, deren Dunkelfarben in Blau, Braun, Grün-Tönen gehalten waren.

Ewige Nacht schien es hier zu sein, zumindest gab es kein Sonnenlicht: Bei tintenblauem Himmel hing ein uraltes Mondwesen, verstrahlte sein Leuchten, Pfeife rauchend, dabei große Dunstwolken hauchend, die schal und Glühwurm-glimmend in gewundenen Gebilden den Himmel verhingen. Wie lebendige Leuchthauch-Geister dahin schwebend, vom Mond verträumten Blickes betrachtet… Während er an kosmisches dachte, zog eine schwarze Krähengöttin dahin, leise schwebend durch die Nacht. Schwingen breit wie der Wald, Augen weise und alt zieht sie Kreise über dem wuchernden Dschungel, in dem sich Koboldkatzen und Feuertiger tummeln.

Eulalia fällt mitten in dieses Bild, zu ihrem Glück landet sie auf der großen Dunkelkrähe Nacken im glatt-weichen Gefieder. Die Gottheit zieht weiter Kreise durch die Luft, steigt spiralig empor, Richtung Geist-hauch türkis-blau leuchtendes Wolkenmeer. Eulalia liegt zwischen Dunkelfedern gebettet auf einem großen, wärmenden Körper; versucht zu erfassen was gerade geschehen war, noch immer geschehend ist… Ihr Blick richtet sich erst auf Wolkenleuchtmeer; Erinnerungen weckend an nächtliche Zauberwald Erlebnisse, von Glühwurm-Wolkenhaft-Lichtteppich-gleicher Pracht. Versunken in beruhigender Betrachtung des Traumbildes lauscht ihre Wahrnehmung dem Singen, Flüstern, Rauschen der Pflanzen, Tiere, Luft in dieser Welt, durch die sie nun getragen werdend schwebt, statt fällt.

Langsam kommt bewussteres Körpergefühl, ermöglicht Bewegung der Muskeln, beginnen die Gliedmaßen gewollt zu zucken. Sie beginnt neugierig ihre Umgebung zu erkunden: Es strecken sich die Beine, räkelt sich die Wirbelsäule. Ohren spitzend hebt der Kopf den Blick Richtung Mondwesen, wittert die Nase Geschichten in dem Gesicht des leuchtenden, beständig rauchenden Himmelskörperwesen, welchem Eulalia und Krähengottheit entgegen-streben; spiralig steht gemächlich höher steigend, Kreise um den Leuchtkörper zeichnend. Eulalia richtet sich zum Sitzen auf, forschend durch die Traumwelt schaut, sich besehend den unendlich groß scheinenden Wald, über dem sie schwebt, in dem es deutlich fühlbar vor Leben wimmelt.

Es beginnt das Mondwesen zu summen: ein Brummen, durchdringend ergreifend und tief. Ein Echo im Inneren findend, beginnt Eulalia dazu zu singen: Melodien ohne gewohnt sprach-haften Sinn, doch Ausdruck lag darin. Sie legte Bedeutung in die Töne, gesungen zu des Mondwesens Summen, im leuchtenden Dunkel dieser Düsterlichtwelt – durch den Gesang erhellt, denn die Silbenmelodien ziehen Silberfäden, die tanzend einander folgen, in der Stille der Luft Muster formen, sich bündeln und verdichten zu einem Klangschlüssel…

© Miriam Strasser 2022-03-23

Traumzeit

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