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Ich erinnere mich: Frankreich

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Ich erinnere mich: Frankreich | story.one

Ich erinnere mich an die Animeserien ‘Lady Oscar’ und ‘Nadine - Stern der Seine’, an zwei starke junge Frauen, die für Liebe, Gerechtigkeit und faire Lebensbedingungen kämpften, in den Wirren vor und während der Französischen Revolution.

Ich erinnere mich an den Büchereiflohmarkt, nach dem ich mich stolze Besitzerin von drei Büchern über Frankreich und die Revolution von 1789 nennen konnte.

Ich erinnere mich, wie ich schwer enttäuscht war, nicht mit Französisch als 1. Fremdsprache anfangen zu können und wie ich später heilfroh darüber war, nachdem ich lange Nachmittage mit dem Konjugieren von Verben verbracht habe.

Ich erinnere mich, wie ich während eines Schüleraustauschs nach Rodez mehr mit Händen und Füßen, als mit Worten kommunizierte, und wie ich nur kurz enttäuscht war, von der Stadt nicht mehr zu sehen, als einen vorbei rauschenden Eifelturm, weil ein Gewerkschaftsstreit die geplante Sightseeing-Tour verhindert hatte, und ich nicht böse sein konnte auf Menschen, die für ein besseres Leben kämpften.

Ich erinnere mich, wie meine 1. große Liebe zu einem Land mir zur Zulassung zum Leistungskurs Geschichte verhalf, nachdem mein Lehrer mir erfreut, oder vielmehr überrascht davon, mit seinem Unterricht zu mir durchgedrungen zu sein, meine Ex überreichte, die beste der Klasse, und ich sagte lieber nicht, dass ich die Eins mehr Lady Oscar und Nadine verdanke, als seinen pädagogischen Fähigkeiten.

Ich erinnere mich, wie ich mit einer Freundin während unseres Urlaubs zum Arc de Triomphe gelaufen bin, quer über den mehrspurigen Kreisverkehr, im gefühlten Angesicht des Todes, und wie wir in Lachen ausbrachen, von all dem Adrenalin und weil wir die Straßenunterführung jetzt erst bemerkten.

Ich erinnere mich, wie ich beinahe nicht auf den Eifelturm gedurft hätte, weil sich in meinem Rucksack drei Dosen mit Maronencreme befanden, die so weit ich das verstehen konnte, gefährliche Gegenstände darstellten, die ich von der Brüstung aus, auf Passanten werfen könnte.

Ich erinnere mich, wie ich beim Stöbern in einem Souvenirladen auf ein Bild stieß, das die Freiheitsstatue zusammen mit dem Eifelturm in der Pariser Stadtlandschaft zeigte, woraufhin ich mich entschied es nicht zu kaufen, da ich kein fantastisches, sondern ein realistisches Stadtbild als Andenken suchte.

Ich erinnere mich, wie ich auf dem Rückflug im Reiseführer blätterte und mir verwundert die Augen rieb, als schwarz auf weiß gedruckt da stand, dass sich tatsächlich fünf Freiheitsstatuen unterschiedlicher Größe in Paris befinden, in Erinnerung an das Geschenk der Franzosen für die Vereinigten Staaten von Amerika zur Unabhängigkeit.

Ich erinnere mich an meinen Entschluss, so oft wieder nach Paris zu reisen, bis ich die fantastischen fünf französischen Freiheitsstatuen mit eigenen Augen gesehen habe.

© Monika Schuster 2021-04-08

unvergessliche Reisen

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